Mini-Jobs: DGB nennt die „Skandalbranchen“

In Hamburg gibt es einen dramatischen Trend zu Billiglöhnen und Mini-Jobs:
835.148 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stehen schon 163.840 geringfügig Entlohnte gegenüber. Im Einzelhandel und Gastgewerbe ist das Missverhältnis noch schlimmer.

Der DGB Bezirk Nord lässt nicht locker in seinem Kampf gegen den Niedriglohnsektor und die Vielzahl der Kleinstarbeitsverhältnisse. „Wir müssen einige Branchen wohl schon als Skandalbranchen bezeichnen. Lohndrückerei ist an der Tagesordnung. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben keine Chance, eine reguläre sozialversicherungspflichtige Teilzeit- oder Vollzeitstelle angeboten zu bekommen“, kritisiert Uwe Polkaehn, DGB Nord-Vorsitzender die nach Auffassung des DGB „unhaltbaren Zustände“. Der Minijobbereich sei für die Betroffenen eine Armutsfalle – jetzt arm trotz Arbeit, später droht dann Altersarmut. „Das ist eine Falle, aus denen der einzelne nicht heraus kommt. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, den Arbeitsmarkt neu zu ordnen und die negativen Auswüchse des Niedriglohnsektors beseitigen.“

Hier einige Beispiele aus der amtlichen Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Beschäftigungsstatistik:

Hamburg:

835.148 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – 163.840 geringfügig Entlohnte

Gastgewerbe: 30.005 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – 21.891 geringfügig Entlohnte

Einzelhandel: 66.594 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – 23.055 geringfügig Entlohnte

Wirtschaftl. Dienstleistungen: 80.912 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – 27.542 geringfügig Entlohnte

Gesundheits- u. Sozialwesen: 84.536 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – 17.492 geringfügig Entlohnte

Grundstücks- u. Wohnungswesen: 10.740 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – 8.081 geringfügig Entlohnte

Schleswig-Holstein:

842.006 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – 262.613 geringfügig Entlohnte

Gastgewerbe: 33.655 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – 31.711 geringfügig Entlohnte

Einzelhandel: 81.566 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – 40.206 geringfügig Entlohnte

Wirtschaftl. Dienstleistungen: 57.182 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – 28.085 geringfügig Entlohnte

Gesundheits- u. Sozialwesen: 125.674 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – 29.123 geringfügig Entlohnte

Grundstücks- u. Wohnungswesen: 8.389 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – 10.469 geringfügig Entlohnte

Mecklenburg-Vorpommern:

529.185 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – 90.270 geringfügig Entlohnte

Gastgewerbe: 34.523 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – 12.902 geringfügig Entlohnte

Einzelhandel: 42.840 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – 12.490 geringfügig Entlohnte

Wirtschaftl. Dienstleistungen: 45.042 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – 10.106 geringfügig Entlohnte

Gesundheits- u. Sozialwesen: 77.786 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – 9.200 geringfügig Entlohnte

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