Mindestlohn sorgt für mehr Lohn und Beschäftigung

DGB fordert: Gesetzgeber muss Tarifbindung stärken – Neue Analyse vier Jahre nach Einführung des gesetzlichen Mindestlohns

Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro. Seit seiner Einführung im Jahr 2015 (damals 8,50 Euro) haben viele Menschen im Norden mehr Geld in der Tasche, wie eine neue DGB-Auswertung zeigt.

Uwe Polkaehn, Vorsitzender DGB Nord: „Der Mindestlohn ist ein voller Erfolg. Entgegen den Unkenrufen von Arbeitgebern und Wirtschaftsforschern ist die Beschäftigung nicht gesunken. Im Gegenteil; die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist heute auf einem Höchststand. Der Mindestlohn hat den privaten Konsum angekurbelt und so zum aktuellen Aufschwung beigetragen.“

Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes und der Bundesagentur für Arbeit belegen die positiven Effekte des Mindestlohns. Sowohl die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als auch die Löhne haben sich in Schleswig-Holstein seit Anfang 2015 positiv entwickelt.

Bis Ende September 2018 lag das Plus der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Schleswig-Holstein bei 11,6 Prozent. Besonders hoch war der Anstieg sozialversicherungspflichtiger Teilzeit- und Vollzeit-Beschäftigung (ohne Minijobber) im Gastgewerbe mit 35,8 Prozent. Ordentlich zugelegt haben auch der Bereich Land-, Forstwirtschaft und Fischerei mit 20,3 und das Baugewerbe mit 14,3 Prozent.

Für Un- und Angelernte bedeutet der Mindestlohn mehr Geld in der Tasche, in Schleswig-Holstein seit dessen Einführung 5,5 Prozent. Das bedeutet einen jährlichen Anstieg von 1,6 Prozent.

„Aber auch der neue Mindestlohn ist nur die untere Haltelinie. Gut leben kann davon niemand. Tarifverträge sind daher das wichtigste Instrument zur Regelung von Lohn- und Arbeitsbedingungen – die Tarifflucht der Arbeitgeber muss endlich gestoppt werden. Dazu können auch Regierungen und Parlamente einen Beitrag leisten, wenn sie, entgegen der aktuellen Politik der schleswig-holsteinischen Landesregierung, die Tariftreue nicht zurückfahren, sondern stärken“, so Uwe Polkaehn. ffffffffffffff

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