Die GAL-Bürgerschaftsfraktion fordert eine gezielte Einstellung von Menschen mit Migrationshintergrund in Bildungsberufen. Ein entsprechender Antrag wird übermorgen (Donnerstag) in der Bürgerschaft debattiert werden. Mittelfristiges Ziel ist ein Anteil von 20 Prozent unter Lehrerinnen und Lehrern sowie Erzieherinnen und Erziehern. Langfristig sollen Migrantinnen und Migranten in Bildungsberufen entsprechend ihrem gesellschaftlichen Anteil repräsentiert sein.
„Pädagoginnen und Pädagogen sind für Kinder ein Vorbild. Sie können demonstrieren, dass Migrantinnen und Migranten in der Gesellschaft gleichberechtigt sind und hochqualifiziert und erfolgreich arbeiten. Das macht Heranwachsenden Mut und stärkt ihr Selbstvertrauen. in die eigenen Fähigkeiten. Migrantinnen und Migranten dürfen von Kindern in Schulen und Kitas nicht länger nur als Putzkräfte wahrgenommen werden. Sie müssen raus aus den Fluren und rein in die Klassenzimmer!“, erklärt Nebahat Güçlü, integrationspolitische Sprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion.
Die GAL fordert den Senat deshalb auf, Jugendliche mit Migrationshintergrund mit Hilfe von Kampagnen gezielt über Bildungsberufe zu informieren und jene Migrantinnen und Migranten, die eine Ausbildung im Bereich der Bildungsberufe absolviert haben, gezielt einzustellen. Darüber hinaus soll der Senat prüfen, inwieweit im Ausland erworbene pädagogische Abschlüsse schneller und effektiver anerkannt werden können.
Mittlerweile haben rund 40 Prozent der Hamburger Schülerinnen und Schüler einen Migrationshintergrund. Beinahe die Hälfte aller Hamburger 0-6 jährigen hat Wurzeln in einer anderen Kultur. Laut einer Statistik aus dem Integrationskonzept des Hamburger Senates sind dagegen derzeit im Hamburger Schuldienst lediglich rund 1 Prozent Lehrkräfte mit ausländischer Staatsangehörigkeit tätig.
„Pädagoginnen und Pädagogen, die selbst mit mehr als einem kulturellen Hintergrund aufgewachsen sind, kennen häufig die Probleme ihrer Schützlinge, können sich besser in sie hineinversetzen und ihnen zur Seite stehen. Zudem ist es Ihnen leichter möglich, Brücken in die Elternhäuser zu bauen“, so Güçlü.