Michael Wildenhain: Träumer des Absoluten

Michael Wildenhain liest aus seinem Roman
„Träumer des Absoluten“ (Klett-Cotta)

Mittwoch, 10. Dezember 08, 20.00 Uhr
Literaturhaus, Schwanenwik 38
In seinem neuen Roman erzählt Michael Wildenhain die Geschichte der Freundschaft zwischen Tariq, Jochen und Judith, ihres Lebens zwischen politischer Radikalität und romantischen Träumen. Dabei wagt er die Aufarbeitung der 70er und 80er Jahre, einer Zeit, in der viele den Impuls verspürten, auf etwas Absolutes zu zielen und nach etwas Unbedingtem zu suchen. Ein klares Ziel anstreben, etwas Ideales wollen, das Unmögliche möglich machen – ist das nicht die Sehnsucht von uns allen? Aber wie ist es heute? Wollen wir nicht mehr genug? Geben wir zu früh auf? Sind wir zu träge geworden? Selbst, wenn die damalige Aufbruchsstimmung in Melancholie übergegangen ist, bleibt die Frage, ob sich nicht doch aus der Vergangenheit ein Funken schlagen lässt. „Dank der sprachlichen Ausgefeiltheit Wildenhains kann man die Entwicklung der Figuren auch stilistisch nachempfinden: Von der Schulzeit und Politisierung in den 70ern, Desillusionierung in den 80ern bis zur Ernüchterung nach der Wende oder Tariqs Abgleiten in den Terrorismus.“ (Frankfurter Rundschau). Michael Wildenhain erzählt 40 Jahre deutscher Geschichte mitreißend und mit verblüffender Insider-Kenntnis der sozialen Milieus.

Michael Wildenhain, geb. 1958 in Berlin. Nach einem Wirtschaftsingenieur- und Philosophiestudium engagierte er sich in der Hausbesetzerszene – Stoff u. a. für seine ersten literarischen Veröffentlichungen: „Die kalte Haut der Stadt“, „Heimlich, still und leise“, „Erste Liebe Deutscher Herbst“. Wildenhain schrieb auch mehrere Theaterstücke. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet (u. a. mit dem Alfred-Döblin-Preis). 2004/2005: Gastprofessur am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.

Jutta Heinrich moderiert

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