Die IG Metall Küste hat auf ihrer Bezirkskonferenz den Startschuss für die Kampagne „Gute Arbeit – Gut in Rente“ gegeben.
„Die Rente mit 67 über alle Beschäftigten hinweg ist für uns auch an der Küste keine Lösung und dazu sagen wir weiterhin „Nein“. Wir müssen den veränderten Arbeitsbedingungen Rechung tragen, auch bei dem Übergang in die Rente“, sagte der Bezirksleiter Meinhard Geiken vor rund 400 Delegierten und Gästen in Lübeck.
Deshalb wird die IG Metall die Initiative ergreifen und mit der Kampagne „Gute Arbeit – Gut in Rente“ die Missstände in der Arbeitswelt zum Thema machen. In Norddeutschland werden die Arbeitgeber aufgefordert, mit den betrieblichen Interessenvertretungen einen demografischen Interessenausgleich zu vereinbaren, damit alle Beschäftigten gesund in die Rente gehen können.
Das geschäftsführende Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban machte sich auf der Konferenz für konkrete Verbesserungen stark. „Die Unternehmen sind gefordert sich ihrer Verantwortung zu stellen. Wir brauchen gute Arbeit damit es die Menschen gesund bis zur Rente schaffen. In vielen Bereichen haben sich die Arbeitsbedingungen durch die Ausweitung von Schichtarbeit und zunehmenden Stress verschlechtert. Gerade Ältere können dem wachsenden Druck in den Unternehmen oft nicht mehr Stand halten.“ so Urban.
Er erklärte: „Wir benötigen unterschiedliche Wahlmöglichkeiten im Rentenrecht. Starre Altersgrenzen widersprechen der Lebenspraxis und den unterschiedlichen beruflichen Biographien. Nicht für jeden ist jede Ausstiegsoption geeignet, aber für jeden muss eine geeignete Option bestehen!“
„Politik und Arbeitgeber versagen völlig bei der Bewältigung des demografischen Wandels.“, sagte Urban. Deshalb wird die IG Metall die Initiative ergreifen und unter der Überschrift „Gute Arbeit – Gut in Rente“ die Missstände in der Arbeitswelt zum Thema machen.
Der aktuelle Arbeitsmarktmonitor, den IG Metall und Nordmetall gemeinsam herausgeben, zeigt zwei wichtige Trends für Norddeutschland: die Belegschaft altert und die Zahl der älteren Arbeitslosen zwischen 55 und 65 steigt.
„Die Zahl der Beschäftigten über 55 Jahren ist in den letzten Jahren auch an der Küste um 26,5% gestiegen – aber faire Arbeitsbedingungen und faire Ausstiegsmöglichkeiten fehlen noch immer flächendeckend.“