Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger fordert Unternehmen in der Stadt dazu auf, mehr geringqualifizierten und ungelernten Arbeitskräften Qualifizierungsmöglichkeiten in ihren Betrieben anzubieten.
„Qualifizierung ist nicht nur eine Aufgabe arbeitsmarktpolitischer Förderangebote, sondern vielmehr auch Herausforderung und Verantwortung eines jeden Unternehmens. Wer einen Fachkräftemangel beklagt, sollte zunächst bei seinen eigenen Mitarbeitern schauen, wo Potenziale gehoben werden können. Diese Chance wird noch viel zu wenig genutzt“, so Karger.
Wichtig sei, Beschäftigte nicht nur fit für ganz spezielle Tätigkeiten im eigenen Betrieb zu machen, sondern die Weiterbildung nachhaltig und abschlussorientiert zu ermöglichen. Das bedeute zwar etwas Mehraufwand und Geduld, helfe aber sowohl Betrieb als auch Mitarbeitern langfristig weiter, so Karger. Das heute von der Agentur für Arbeit in Hamburg vorgestellte Beispiel der Firma Ohly GmbH sei sehr begrüßenswert.
Der Handlungsbedarf sei hoch, so Karger weiter. Der Anteil ungelernter Erwerbslose an der Gesamtarbeitslosigkeit ist in Hamburg mit 53,0 Prozent überdurchschnittlich hoch. Das zeige: „Qualifikation ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit – das geht aber nur mit einer deutlichen Erhöhung des Jobcenter-Budgets zugunsten der abschlussorientierten Weiterbildung von Langzeiterwerbslosen.“
Unter den Geringqualifizierten müssten besonders die Menschen mit Migrationshintergrund in den Fokus genommen werden. Neben einer Vielzahl von zusätzlichen Hürden, die für diese Menschen einen gleichberechtigten Zugang zum Arbeitsmarkt erschweren, sind es auch fehlende Qualifikationen und Sprachkenntnisse. Die Beratung von Menschen mit Migrationshintergrund muss deshalb insbesondere hinsichtlich der Fragen rund um die Beratung und Vermittlung in Weiterbildungsmaßnahmen verbessert werden. Hier seien Arbeitgeber, die Agentur für Arbeit und die Jobcenter gleichermaßen gefragt.
Insgesamt bleibe besorgniserregend, dass sich die Spaltung des Arbeitsmarkts spürbar ausweite. So würde ein Teil der Beschäftigten relativ gute Einkommen erzielen und von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre profitieren, während andere in atypische und häufig prekäre Beschäftigung gedrängt würden.