Die Bürgerschaft hat einstimmig dem Antrag zu gestimmt, der die Situation von jungen Lesben und Schwulen verbessern soll. Ein Antrag der SPD-Bürgerschaftsfraktion, der nach dem erfolgreichen Vorbild Münchens eine Plakatkampagne zur Bewerbung einer Homepage an Hamburgs Schulen vorgeschlagen hatte, ist im Schulausschuss beraten worden. Nach einer Anhörung von Experten einigten sich die Fraktionen auf einen gemeinsamen Antrag, der jetzt beschlossen wurde.
Lutz Kretschmann-Johannsen, Fachsprecher für Lesben und Schwule der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Die Anhörung hat gezeigt, dass junge Lesben und Schwule besonders auf Unterstützung angewiesen sind und auch an den Schulen noch Handlungsbedarf besteht.“ Wilfried Buss, schulpolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion ergänzt: „Ich freue mich, dass die Verbesserung des Unterrichts und der Situation der betroffenen Schülerinnen und Schüler zwischen allen Fraktionen konsensfähig war.“
Der Senat ist nun aufgefordert ein behördenübergreifendes Handlungskonzept mit einem kompakten Unterstützungsangebot zur Stärkung von Jugendlichen bei der Entwicklung ihrer sexuellen Identität mit den Beratungs- und Interventionszentren (zum Beispiel MHC, Junglesbenzentrum und Lambda) für Schulen zu erarbeiten. Dabei sollen auch die Beratungslehrer stärker einbezogen werden. Teil des Handlungskonzepts solle eine Plakatkampagne sein, mit der eine Internetseite mit Informationen für junge Lesben und Schwule beworben werden soll. Geprüft werden soll auch, wie die interkultureller Jungenarbeit dazu beitragen kann, die Akzeptanz gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensweisen insbesondere bei männlichen Schüler mit Migrationshintergrund zu verbessern. Gewollt ist auch eine stärkere Einbeziehung der Beratungszentren für lesbische und schwule Jugendliche, zum Beispiel die Teams von „Soorum“ in den schulischen Unterricht selbst. Auch außerschulische Lernorte wie die der Beratungs- und Interventionszentren werden einbezogen.