Aus Anlass des drohenden Verlusts des Studio-Hamburg-Nachwuchspreises spricht Farid Müller, Medienexperte der GAL-Bürgerschaftsfraktion, von einer „Katastrophe auf Raten“.
Müller: „Der Medienstandort Hamburg ist in ernster Gefahr. Berlins Attraktivität nimmt seit Jahren kontinuierlich zu. Mehr und mehr Unternehmen verlassen Hamburg und ziehen an die Spree. Dafür gibt es auch viele hausgemachte Ursachen, für die der Senat verantwortlich ist. Seit dem Amtsantritt der CDU 2001 gibt es kein Medienkonzept. Gegen die zunehmenden Abwanderungen gibt es keine Gegenmaßnahmen des Senats. Weder der Wirtschaftsenator noch die Senatskanzlei haben die leiseste Ahnung, wie sie mit dieser Krise umgehen sollen. Das ist hilflos und schadet dem Standort.“
Müller kritisiert in diesem Zusammenhang das Schweigen des Medienkoordinators des Senats. Seine Sprachlosigkeit beweise, dass der Senat das Amt als reines Aushängeschild und nicht als Manager der Medienpolitik begreife. Müller: „Wo ist eigentlich Dr. Richtberg? Es ist schade, dass er sich zu den Umzugsplänen nicht äußert. Seien Sprachlosigkeit macht deutlich, dass dem Senat zu Film und Medien nichts einfällt.“
Nach Müller Ansicht ist jetzt dringend Handeln geboten. Immerhin stehe nicht weniger auf dem Spiel, als die Verlagerung von Studio Hamburg nach Berlin. Das wäre das Aus für den Filmstandort Hamburg. Müller weist darauf hin, dass der Chef von Studio Hamburg bereits nach den Kürzungen der Filmförderung mit einem entsprechenden Schritt gedroht habe. „Der Senat verhält sich angesichts der Krise des Medienstandorts Hamburg wie das Kaninchen vor der Schlange: Er stellt sich tot. Wir brauchen endlich ein Konzept zur Stärkung der Filmstadt Hamburg.“