Luft ‚rauslassen!

Viel zu oft ist zu viel Luft in Lebensmittelpackungen, hat die Verbraucherzentrale festgestellt. Das ist sowohl irreführend als auch klimaschädlich.

Lebensmittelpackungen enthalten häufig zu viel Luft. Messungen der Verbraucherzentrale Hamburg und der Eichdirektion Nord ergaben jetzt:

• Von 37 Verdachtsproben entsprachen 21 Verpackungen, entsprechend 57 Prozent, nicht den gesetzlichen Vorgaben.

• Die durchschnittliche Lufthöhe der untersuchten Verpackungen lag bei 40 Prozent.
Die Messungen wurden im August 2007 von der Verbraucherzentrale Hamburg und der Eichdirektion Nord durchgeführt.

Die Prüfer fanden zum Beispiel eine Verpackung von Haferflockengebäck, in der 30 bis 40 Prozent mehr Kekse Platz gefunden hätten. Bei Schaumküssen bestand die Packung zu über 55 Prozent aus Leerraum und bei Grießbrei waren nur 5 Zentimeter der 16 Zentimeter hohen Packung mit Inhalt befüllt.

„Nach dem Eichgesetz darf eine Packung keine größere Füllmenge vortäuschen als tatsächlich darin enthalten ist“, erklärt Manfred Bornholdt von der Eichdirektion Nord. „Wir werden bei den beanstandeten Produkten ggf. ein Bußgeldverfahren einleiten, nachdem wir vorher noch eine Herstellerüberprüfung vor Ort nach den amtlichen Prüfplänen durchgeführt haben.“

„Beteuerungen der Anbieter, die Hohlräume seien technisch bedingt, sind meistens nur heiße Luft“, sagt Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. Für die Industrie sei die Verpackungsgestaltung ein wichtiges Marketinginstrument, die Größe habe einen entscheidenden Einfluss auf das Kaufverhalten. Von manchen Herstellern werde so viel Luft wie möglich eingepackt, damit die Verbraucher mehr Inhalt vermuten.

Die Verbraucherzentrale warnt vor den Folgen der luftigen Verpackungsgestaltung: Die Verbraucher würden getäuscht. Zudem entstehe überflüssiger Verpackungsmüll. Nicht zuletzt werde das Klima belastet, wenn Luft per Lkw oder Flugzeug transportiert wird. „Einsparungen von über 30 Prozent sind bei vielen Packungen möglich“, schätzt Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale.

Die Verbraucherzentrale hat die vollständige Liste mit allen untersuchten Produkten im Internet unter www.vzhh.de veröffentlicht und bittet die Verbraucher um Mithilfe beim Aufspüren von weiteren Luftnummern: Tel. 040-24 832-240 oder ernaehrung@vzhh.de.
Durch die Veröffentlichung will die Verbraucherzentrale Druck auf die Hersteller zur Änderung ihrer Praxis ausüben. „Wir fordern: Lasst die Luft raus!“, so Schwartau.

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