Obwohl der sogenannte Lückenschluss des Ring 3 aufgrund eines Bürgerschaftsbeschlusses zurückgestellt werden sollte, laufen die Planungen offenbar weiter. So betont die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in ihrem Entwurf eines räumlichen Leitbildes: „Der Lückenschluss des Ringes 3 zur Autobahn A 1 stellt eine wichtige Ergänzung des Hauptstraßennetzes im Osten Hamburgs dar.“
Außerdem wurde bekannt, dass der Senat Flächen im Umfeld des Lückenschlusses für Logistikunternehmen entwickeln will. Und in seinem Investitionsplan hat der Senat ab 2009 bereits vorsorglich Mittel für den Lückenschluss eingeplant. „Alles spricht dafür, dass die CDU den Lückenschluss will und durchführt, sollte sie die Wahl gewinnen“, befürchtet
Jan Quast, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion.
Gerade erst wurde bekannt, dass der Senat im Landschaftsschutzgebiet südlich der Stapelfelder Straße, gegenüber dem Gewerbegebiet Merkur-Park, ein neues Gewerbegebiet vorrangig für Logistikunternehmen errichten will. Wie die SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung Wandsbek erfuhr, wurde das Bezirksamt am 27. März 2007 beauftragt, dieses Gebiet bis spätestens Anfang 2013 baureif zu machen.
„Dieses Gewerbegebiet würde direkt am verlängerten Ring 3 liegen. Der Zeitpunkt für die Baureife steht ganz offensichtlich im Zusammenhang mit dem Lückenschluss, der ebenfalls bis dahin erfolgt sein soll“, sagt Ole Thorben Buschhüter, verkehrspolitischer Sprecher der Wandsbeker SPD-Fraktion, und ergänzt: „Mit den Plänen für das Gewerbegebiet soll wohl eine Begründung für den Lückenschlusses geliefert werden. Vor diesen Karren lassen wir uns aber nicht spannen.“
Für die beiden SPD-Politiker ist der mindestens 16 Mio. Euro teure Lückenschluss Unsinn, da er ohne nennenswerten Nutzen für den Verkehrsfluss, Anwohner und Natur belasten würde: „Eine um wenige Minuten kürzere Fahrtzeit rechtfertigt den Ausbau dieser Straße nicht, da das vorhandene Straßennetz ausreichend ist. Mit uns ist der Lückenschluss nicht zu machen. Wir lehnen ihn ab“, so Quast und Buschhüter.
Die Bezirksversammlung Wandsbek hatte sich bereits im Jahre 2004 einstimmig gegen das Projekt ausgesprochen, nachdem über 8.200 Wandsbekerinnen und Wandsbeker ein Bürgerbegehren gegen den Lückenschluss des Ring 3 unterschrieben hatten. Daraufhin wurden die weiteren Planungen erst einmal gestoppt.