Die Kulturbehörde lädt in Kooperation mit dem mobilen Kino „Flexibles Flimmern“ am 24. und 25. September jeweils um 19 Uhr zu Kinovorführungen im „Radisson Blu Hotel Hamburg“ (8 Euro, nur nach Reservierung unter reservierungen@flexiblesflimmern.de). Den meisten Hamburgern noch als PLAZA-Hotel geläufig, ist das signifikante Gebäude von 1969-73 heute ein Denkmal der Nachkriegsmoderne. Nach einer Einführung durch den PLAZA-Architekten Stephan Hupertz läuft der Film „Lost in Translation“ von Sofia Coppola, der ebenfalls in der modernen Szenerie eines Hotelhochhauses spielt. Vor dem Film gibt es asiatische Speisen und zum Abschluss Cocktails im 26. Stockwerk des Hotels.
Die ungewöhnliche Kooperation von Denkmalpflege und Kinoveranstalter stellt mit der Nachkriegszeit eine ebenso junge wie gefährdete Denkmal-Epoche in den Mittelpunkt. Werden Gebäude aus den 1960er und 70er Jahren unter Schutz gestellt, gibt es oft kontroverse Debatten: Zu nahe ist vielen Menschen diese Zeit noch, zu heftig auch mancher städtebauliche oder architektonische Eingriff in die gewohnte Stadt. Dennoch stehen diese Denkmäler für eine Ära des gesellschaftlichen Neubeginns und der großen architektonischen Visionen der Wiederaufbauzeit und besitzen damit einen geschichtlichen und künstlerischen Wert. Die Gefahr ist groß, dass sie abgerissen oder grundlegend verändert werden, bevor die Gesellschaft genügend Zeit hatte, diese Architektursprache lesen und schätzen zu lernen.
Auch das ehemalige PLAZA-Hotel steht heute unter Denkmalschutz. Es wurde gleichzeitig mit dem CCH am Bahnhof Dammtor errichtet und besteht aus sieben gegeneinander verschobenen Elementen. Mit seinen über 27 Etagen ist es noch heute das größte und höchste Hotel Hamburgs. 2009 wurde es umfangreich saniert und mit neuen Fassadenelementen nach originalem Vorbild versehen.