Löhne: ver.di schickt Riesenlaster ins Rennen

„Wir sind es wert“, sagen die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes – auch in Hamburg bahnen sich neue Warnstreiks für deutliche Lohnerhöhungen an. Der „ver.di-Tariftruck“, ein Riesenlaster mit klarem Auftrag, macht am Mittwoch Station in Hamburg.

Im Rahmen der Tarifauseinandersetzungen im Öffentlichen Dienst macht am Mittwoch, 21. März, ab 8 Uhr der ver.di-Tariftruck vor dem Sitz der Arbeitsrechtliche Vereinigung Hamburg e.V. (AVH) Station in Hamburg.

ver.di-Landesleiter Wolfgang Rose: „Im Kampf um spürbar mehr Geld für die Beschäftigten in den Kitas der Vereinigung, bei der Müllabfuhr, in den Bundesämtern, bei der Deutschen Rentenversicherung Nord oder bei der Bundesagentur für Arbeit müssen wir den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die Beschäftigten fühlen sich vom in der letzten Woche vorgelegten Angebot provoziert. Ihre Forderungen werden am Mittwoch Betriebs- und Personalräte vor dem Sitz der Arbeitgeber noch einmal wiederholen. Die Hamburger Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter treffen vor der AVH auf den stellv. AVH-Vorsitzenden Dr. Volker Bonorden und präsentieren ihm öffentlich die Forderungen aus den Hamburger Betrieben. Unübersehbar unterstützt werden sie dabei vom ver.di-Tariftruck.“

Der Truck, der Anfang Februar in Berlin gestartet ist, wird insgesamt 60 Tage unterwegs sein und dabei in über 30 Städten Station machen.

ver.di fordert für die bundesweit rund zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen Gehalts- und Besoldungssteigrungen von 6,5 Prozent. Als soziale Komponente soll die Erhöhung mindesten 200 Euro monatlich betragen. Außerdem verlangt ver.di die unbefristete Übernahme der Auszubildenden und eine Anhebung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro monatlich.

In der Tarifauseinandersetzung für die zwei Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen sind zum Auftakt der zweiten Warnstreikwelle mehr als 20.000 Kolleginnen und Kollegen in Niedersachsen und Bremen dem ver.di-Aufruf gefolgt. „Wir rechnen mit weiteren klaren und starken Signalen aus den Betrieben“, betonte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. „Die Arbeitgeber müssen ihre Haltung grundlegend ändern. Das ist auch eine Frage der Gerechtigkeit sowie der Ernsthaftigkeit und Wertschätzung gegenüber der Arbeit und Leistung von Millionen von Krankenschwestern, Erzieherinnen, Berufsfeuerwehrleuten, Müllwerkern und vielen, vielen anderen im öffentlichen Dienst“, unterstrich Bsirske.

Die Warnstreiks werden bundesweit in allen Ländern bis unmittelbar vor Beginn der dritten Verhandlungsrunde am 28. und 29. März fortgesetzt. Am morgigen Dienstag wird der Schwerpunkt in Bayern, Hessen und Teilen Baden-Württembergs liegen, am Mittwoch folgen Warnstreiks in Nordrhein-Westfalen. Aufgerufen sind Beschäftigte aus allen Bereichen des öffentlichen Dienstes, u.a. in Verwaltungen, Nahverkehr, Stadtreinigung, Müllabfuhr, Kitas, kommunalen Krankenhäusern, Theatern, Jobcentern, Sparkassen, aber auch in Einrichtungen der Bundeswehr sowie bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. „Nach Jahren des Reallohnverlustes haben die Beschäftigten einen Anspruch darauf, dass sich der Wert ihrer Arbeit auch durch ein echtes Plus in den Portemon-naies widerspiegelt“, sagte Bsirske.

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