Fast die Hälfte aller Hartz-IV-Empfänger, die einen neuen Job gefunden hat, ist nach einem halben Jahr wieder arbeitslos. Dem will die Regierung nun gegensteuern und sie länger betreuen als bislang.
Die Bundesregierung will nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios ehemalige Hartz-IV-Empfänger im neuen Job länger begleiten und unterstützen als bisher. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit könnten davon bis zu 300.000 bereits vermittelte Arbeitslose profitieren. Zuerst hatte die „Welt am Sonntag“ darüber berichtet.
Die Ausweitung der Nachbetreuung für alle ehemaligen Erwerbslosen kündigte das Bundesarbeitsministerium in einer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag an, die dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt. Bislang gebe es eine Nachbetreuung nur für sogenannte Aufstocker, die aufgrund ihres niedrigen Arbeitseinkommens zusätzlich auf Hartz IV angewiesen sind, sowie für Beschäftigte, die vom Jobcenter gefördert werden.
Hintergrund sei das Problem, dass fast die Hälfte der ehemaligen Hartz-IV-Bezieher, die einen Job bekommen haben, nach einem halben Jahr wieder ohne Arbeit sind. Als wichtiger Grund dafür gilt die fehlende Unterstützung. „Die Zahl derer, die nach kurzer Zeit wieder in die Arbeitslosigkeit gehen, ist viel zu hoch“, sagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, der „Welt am Sonntag“. Eine gesetzliche Grundlage für die Unterstützung aller ehemals Erwerbslosen im neuen Job sei „mehr als überfällig.“