Küsten-Metaller: Mehr Geld, weniger Leiharbeit

Der Tarifabschluss für die 140.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie ist perfekt. Rückwirkend zum 1. Mai bekommen sie 4,3 Prozent mehr Geld. Außerdem gilt künftig in der Regel die unbefristete Übernahme für alle Ausgebildeten, und die Betriebsräte erhalten mehr Mitbestimmung bei der Leiharbeit.

Darauf einigten sich die IG Metall Küste und der Arbeitgeberverband Nordmetall heute in der fünften Verhandlung in Hamburg.

„Der Abschluss bringt den Beschäftigten deutlich mehr Geld im Portemonnaie: Mit einem Plus von 4,3 Prozent liegt der Zuwachs deutlich über der Inflationsrate“, sagte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken. „Auch bei den anderen beiden Forderungen haben wir viel erreicht: Mit der unbefristeten Übernahme bietet die Metall- und Elektroindustrie jungen Leuten eine sichere Perspektive. Durch die neuen Regeln bei der Leiharbeit haben unsere Betriebsräte mehr Möglichkeiten, diese zu regulieren. Dem Verdrängen von Stammbelegschaften ist damit ein Riegel vorgeschoben.“

Geiken ist überzeugt, dass das Ergebnis erst nach den massiven Warnstreiks möglich war, an denen sich im Bezirk Küste rund 62.000 Beschäftigte beteiligten hatten: „Nur so ist es uns gelungen, dass die Arbeitgeber ihr kategorisches Nein zur unbefristeten Übernahme und zu mehr Mitbestimmung bei Leiharbeit aufgegeben haben“, sagte er nach Abschluss der Verhandlungen.

IG Metall Küste und Nordmetall haben außerdem vereinbart, dass sie ihre Aktivitäten für benachteiligte Jugendliche intensivieren und ausbauen. „Wir sehen mit Sorge, dass viele Schulabgänger auf Grund fehlender Eignung keine Chance auf einen regulären Ausbildungsplatz haben. Angesichts des verstärkten Fachkräftemangels ist dieser Zustand unverantwortlich”, sagte Geiken. Vorgesehen ist ein gemeinsamer Fonds zur Finanzierung von Qualifizierungs- und Förderprojekten für benachteiligte Jugendliche. In Planung sind zum Beispiel Patenschaften mit ausgesuchten Hauptschulen in sozialen Brennpunkten: Jugendliche sollen beim Übergang in Schule und Beruf aktiv unterstützt werden.

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