Küsten-Ampel will Pendler froh machen

Gute Nachricht für die Fahrgäste von Bahnen und Bussen in Schleswig-Holstein: Das Land will den Nahverkehr deutlich ausbauen. Zu den Gewinnern gehören die Pendler, die die Bahn-Linien S4 und S21 nutzen. Und ab Dezember 2014 tritt der Halbstundentakt Kiel – Hamburg und der Stundentakt Flensburg – Hamburg in Kraft.

„Wir wollen mehr Verbindungen, eine bessere Abstimmung zwischen Bahn und Bus und wir wollen den öffentlichen Nahverkehr stärker in das Bewusstsein der Menschen bringen“, skizzierte Verkehrsminister Reinhard Meyer heute in Kiel die Eckpunkte der Nahverkehrsoffensive des Landes in den kommenden Jahren. Zugleich kündigte er gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft (LVS), Bernhard Wewers, für das kommende Jahr den neuen landesweiten Nahverkehrsplan (LNVP) an, in dem alle Projekte konkret beschrieben werden. „Dort wird ganz klar als Ziel formuliert, dass wir den Marktanteil von Bahn und Bus deutlich steigern wollen“, so Meyer.

Zu den herausragenden Projekten der kommenden Jahre gehören nach den Worten des Ministers die S-Bahn-Linien S4 und die S21 sowie die Stadtregionalbahn (SRB) Kiel. „Alle drei Projekte sind wichtig. Wir werden im kommenden Jahr mit allen Beteiligten über die Finanzierung zu entscheiden haben und dann festlegen, was wann realisierbar ist“, so Meyer.

Die S4 soll künftig von Hamburg-Altona nach Ahrensburg und Bad Oldesloe führen. Sie bietet vor allem für Pendler attraktivere Verbindungen in der Metropolregion Hamburg. Die Fahrgäste profitieren von einem dichten Takt, pünktlicheren Zügen und umsteigefreien Verbindungen in die Hamburger Innenstadt. Zudem kommt die Bahn durch zusätzliche Stationen näher an die Fahrgäste heran. Nach dem Ausbau wird daher mit einem Anstieg der Fahrgastzahlen von heute rund 30.000 auf ca. 50.000 Fahrgäste pro Tag gerechnet. Die Kosten für das Projekt werden in der derzeit laufenden Vorentwurfsplanung bis zum Frühjahr 2013 ermittelt.

Die S21 soll Direktverbindungen von Kaltenkirchen zum Hamburger Hauptbahnhof bieten und damit die starke Nachfrage auf dieser Achse besser bedienen.

Die Stadtregionalbahn könnte künftig die Landeshauptstadt Kiel und das Umland besser miteinander verbinden. Meyer: „Durch Direktverbindungen in die Kieler Innenstadt entstünde eine neue Qualität im städtischen und regionalen Nahverkehr, mit der zusätzliche Zielgruppen für den Nahverkehr erschlossen werden können.“

Sehr große Verbesserungen erwarten die Fahrgäste ab Dezember 2014. Dann tritt das neue Angebot im Bahnnetz Mitte mit dem Halbstundentakt Kiel – Hamburg und dem Stundentakt Flensburg – Hamburg in Kraft. Außerdem soll zu diesem Zeitpunkt der Bahnverkehr zwischen Kiel und Schönberger Strand sowie zwischen Wrist und Kellinghusen aufgenommen werden. Zwischen Kiel und Rendsburg soll der Verkehr zudem auf einen Halbstundentakt verdichtet werden, verbunden mit der Einrichtung von fünf zusätzlichen Stationen in diesem Abschnitt.

Nach den Worten von Meyer und Wewers schließt sich mit diesen Projekten ein Kreis: Im Dezember 2002 hatte der damalige Verkehrsminister Bernd Rohwer den Startschuss für zahlreiche Neuerungen im Nahverkehr gegeben und damit die erste Nahverkehrsoffensive in Schleswig-Holstein eingeleitet. Meyer: „Jetzt wollen wir noch draufsatteln und den Nahverkehr zu dem Mobilitätsangebot der Zukunft machen.“

Am 15. Dezember 2002 waren in Schleswig-Holstein so viele Neuerungen im Nahverkehr gestartet wie nie zuvor:

· Die Einführung des Schleswig-Holstein-Tarifs und des integralen Taktfahrplans, der für verlässliche Bahnverbindungen und gute Anschlüsse sorgt

· der Start des „Flensburg-Express“ (FLEX)

· die Reaktivierung der Bahnstrecke Neumünster – Bad Segeberg

· die Erweiterung des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) um die vier südlichen Kreise Schleswig-Holsteins

· die Einrichtung zwei neuer Bahnstationen in Lübeck

Die Angebotsverbesserungen haben die Fahrgastzahlen spürbar erhöht. Sie stiegen von 33,5 Millionen Fahrgästen in 2002 auf 50,6 Millionen Fahrgäste im Jahr 2011 (+ 45 Prozent).

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