Kopftuchstreit soll pädagogisch beendet werden

Eigentlich ist es nur ein Einzelfall in einem Stadtteil. Aber trotzdem streiten einige Landespolitiker mit viel Getöse über eine Lehrerin, die an ihrer Schule mit dem „Hijab“, einer Art Kopftuch, unterrichtet. Schulsenator Ties Rabe (SPD) will das Thema in der Schule belassen. Auch ein prominenter Arbeitnehmervertreter spricht sich jetzt dafür aus, den „Kopftuchstreit“ mit pädagogischen Mitteln und ohne Verbote zu beenden.

„Diskussionen über die eigenwillige Bekleidung von Kolleginnen oder Kollegen gibt es in Hamburgs Betrieben immer wieder mal“, sagt ver.di-Landeschef Wolfgang Rose: „Scharfmacherei und Stimmungsmache gegen Einwanderer und ausländische Arbeitnehmer lehnen wir als Gewerkschaft ab. Und gerade eine Schule ist bestens geeignet, eine pädagogische Antwort auf diese Frage zu geben. Bildungseinrichtungen sollten die gesellschaftlichen Entwicklungen, Probleme und Konflikte als pädagogische Herausforderung begreifen und pädagogisch verarbeiten, anstatt sie vor die Schultür zu stellen. So wird auch die nachhaltigste Wirkung erzielt. Deshalb begrüße ich die Einlassung des Schulsenators, der eine gesetzliche Regelung gegen die Bekleidung einer einzigen Lehrerin ablehnt und den Wunsch geäußert hat, den Frieden „von innen“ in der betroffenen Schule wachsen zu lassen. Dieses Vertrauen brauchen Hamburgs Lehrer, Eltern und Schüler.“

Das Tragen eines Hijabs lasse nicht zwingend auf eine sozialschädliche, ideologische Haltung schließen, so Rose, vielfach gebe es Familientraditionen, die nur langfristig verändert würden: „Die SchülerInnen sind nach den bekannt gewordenen Befragungen und Äußerungen offensichtlich sehr viel offener, toleranter und diskussionsbereiter bei diesem Thema als manche LehrerInnen, Eltern und PolitikerInnen. Für eine demokratische Erziehung zu mündigen und selbstbewussten BürgerInnen ist eine inhaltliche pädagogische Behandlung dieses Themas in der Schule sicherlich viel sinnvoller als Verbotsgesetze und Ausgrenzungen.

Gerade in einer Stadt, die das „Tor zur Welt“ sein will, ist eine tolerante und nachdenkliche Bearbeitung dieses Themas der richtige Weg.“

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.