Kiel setzt ein Zeichen: Schilder gegen Neonazis

Nach der Mordserie von Neonazis zeigt Kiel als erste deutsche Stadt im öffentlichen Raum, dass es kein Ort für Rechstextremisten sein will. Oberbürgermeister Torsten Albig (SPD) schraubte heute eines der neuen 500 Blechschilder „Kein Ort für Neonazis“ an das Rathaus. Weitere Gebäude werden folgen.

500 gelbe Schilder mit der Aufschrift „Kein Ort für Neonazis – Kiel gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“ hat Albig anfertigen lassen. Die Schilder sollen an öffentlichen und privaten Gebäuden im gesamten Stadtgebiet angebracht werden. Außerdem hat die Kieler Ratsversammlung im Februar eine Resolution gegen politischen Extremismus verabschiedet. Albig zeigt damit auch Flagge zuzr Landtagswahl: Am 6. Mai will er als SPD-Spitzenkandidat das Amt des Ministerpräsidenten erobern. Die Aktion sei auch ein Signal an die Bürger: „Stärkt unsere Demokratie“, sagte Albig.

Gestern war der offizielle Auftakt zum Anbringen der Schilder in ganz Kiel. Daran nahmen zahlreiche Kieler Persönlichkeiten teil, darunter Vertreterinnen und Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche, der Jüdischen Gemeinden, der Türkischen Gemeinde, des Forums für Migrantinnen und Migranten, der Behinderteneinrichtungen, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Hochschulen, der Kieler Kultur und der Ratsversammlung.

Die etwa 30 Zentimeter hohen und 20 Zentimeter breiten gelben Blechschilder gibt es bundesweit bisher nur in Kiel. Kieler Institutionen können im Kulturdezernat noch eines bekommen. Das Logo stammt von der Amadeu Antonio Stiftung für Zivilcourage in Berlin.

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