Die IG Metall Küste beobachtet mit Sorge, dass der Strukturwandel im Kfz-Gewerbe in Schleswig-Holstein negative Folgen für die Beschäftigten hat. So unterliegt der nach eigenen Angaben größte Händler der VW-Markengruppe in Schleswig-Holstein – die Kath-Gruppe –nicht den Branchentarifverträgen für das Kfz-Gewerbe.
Auch große Serviceketten wie A.T.U. und Pit-stop sind nicht an die einschlägigen Branchentarifverträge gebunden und unterschreiten die tariflichen Regelungen zum Teil deutlich. Damit verschaffen sie sich einen nicht unerheblichen Wettbewerbsvorteil gegenüber den tariftreuen Unternehmen.
„Es wäre fatal, wenn sich die Autohäuser durchsetzen, die ihre Arbeitnehmer am schlechtesten behandeln“, erklärte Wolfgang Lorenz von der IG Metall Küste. Der Tarif-Experte appellierte an die Verbraucher, nicht nur auf den Preis zu achten, sondern auch darauf, wie die Arbeitnehmer behandelt werden.
Mitgliedsbetriebe der Kfz-Innungen sind an Branchentarifverträge gebunden und verfügen über hoch qualifizierte Mitarbeiter. Der letzte Tarifabschluss für die rund 10.000 Beschäftigten im Kfz-Gewerbe in Schleswig-Holstein erfolgte im Mai 2008 und sah eine Einkommenserhöhung von 2,8 Prozent vor.