Kein Schlaraffenland für Lehrlinge

Die Handelskammer klagte, dass viele Ausbildungsplätze noch unbesetzt sind: Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB Nord) empfiehlt den Unternehmen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, die Attraktivität ihrer Ausbildung zu steigern – auch durch eine Übernahme-Garantie nach der Lehre.

„Die Arbeitgeber wollen mit einseitig interpretierten Statistiken den Eindruck erwecken, dass die Schulabgänger auf dem Ausbildungsmarkt ein Schlaraffenland der offenen Stellen erwartet. Dem ist nicht so. Die Qualität der Ausbildung stimmt vielfach nicht, es fehlen oft immer noch die Berufsauswahlmöglichkeiten, und in manchen Branchen werden Jugendliche sogar aus Gewinngier schonungslos ausgenutzt“, sagte Ingo Schlüter, stellvertretender Vorsitzender des DGB Nord.

In Hamburg und Schleswig-Holstein sei die Zahl der Schulabgänger relativ konstant, und es gebe auch jetzt immer noch welche, die auf der Suche nach einem für sie geeigneten Ausbildungsplatz seien. Die größten Probleme werde es für Firmen in Mecklenburg-Vorpommern geben, so Schlüter: „Für ihre Produkte machen die Unternehmen große Werbekampagnen, aber die Information für Schulabgänger sind meist mickrig. Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat errechnet, dass in Gastronomie und Hotelgewerbe, in Einzelhandel und Pflegeberufen nicht mal jeder zweite Auszubildende sechs Jahre nach Ende seiner Ausbildung in seinem erlernten Beruf vollwertig beschäftigt ist – im Bankgewerbe beträgt diese Quote mehr als 80 Prozent. Eine Übernahmegarantie würde die Attraktivität vieler Berufe deutlich erhöhen.“

Der DGB Nord forderte die Unternehmen auf, ihre Etats für die Qualifizierung junger und älterer Menschen aufzustocken, um dem Fachkräftemangel nachhaltig entgegen zu wirken.

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