Kein Grund für Selbstgefälligkeit

Der heute von der Sozialbehörde vorgestellte Kinder- und Jugendbericht, der die Entwicklung der Lebenslagen von Kindern und Familien seit 2002 darstellen soll, ist lückenhaft und an wesentlichen Punkten nicht aussagekräftig, meint auch die GAL-Fraktion.

Trotz dieser Mängel mache er das Ausmaß der sozialen Probleme in Hamburg deutlich, von denen ein großer Teil der hier lebenden Kinder betroffen sind. So lebten im Jahr 2005 63.500 Kinder in Haushalten, die auf Grundsicherung angewiesen sind. „Der Bericht ist wahrlich kein Grund für Selbstgefälligkeit. Die Sozialsenatorin sollte sich nicht in vermeintlichen Erfolgen sonnen, sondern endlich konkret etwas für diese Kinder tun. Ein Rechtsanspruch auf Bildung und Betreuung in Kitas ab dem 1. Lebensjahr, unabhängig davon, ob die Eltern erwerbstätig sind, und mehr Ganztagesbetreuung wären ein Anfang“, sagt die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion Christiane Blömeke.

Wie sich die Zahl der Kinder im Leistungsbezug nach SGB II und SGB XII seit 2002 entwickelt hat, lässt die Sozialbehörde offen, ein zentraler Mangel des Berichtes.

Im Jahr 2005 lebten laut Bericht rund 63.500 von 271.000 Kindern in Hamburg in der Grundsicherung nach SGB II. Das sind 23,4 Prozent. Von diesen 63.500 Kindern lebt die Hälfte in Haushalten von Alleinerziehenden.

„Die Sozialbehörde gibt hier nur eine Momentaufnahme. Wie will die Senatorin so die familien- und jugendpolitischen Entwicklungen analysieren? Wir wissen aus Statistiken, dass im Jahr 2003 46.000 Kinder im Sozialhilfebezug lebten. Offensichtlich hat es hier in den letzten Jahren einen Anstieg gegeben. Das darf man doch nicht ignorieren“, so Christiane Blömeke.

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