Anfang September jährt sich die Aufstellung der Schimmelmannbüste im Wandsbeker Puvogel-Garten. Die Kritik an diesem Denkmal für einen Sklavenhändler verstummt jedoch nicht.
Zu diesem Anlass erklären Manuel Sarrazin, Sprecher für Internationales der GAL-Bürgerschaftsfraktion, und Frank Hiemer, kulturpolitischer Sprecher der GAL-Fraktion Wandsbek: „Die Schimmelmann-Büste in Wandsbek ist beschämend. Der CDU-Senat baut Sklavenhändlern Denkmäler und verhöhnt damit ihre Opfer. Hamburg muss sich mit seiner Rolle im europäischen Kolonialismus auseinandersetzen und mit der Frage eines gerechten Welthandels heute. Dazu ist die kritiklose Ausstellung der Büste im Puvogel-Garten nicht geeignet. Weg damit!“
Das unrühmliche Jubiläum nimmt die GAL-Bürgerschaftsfraktion zum Anlass, gemeinsam mit zahlreichen namhaften Autoren in einer neuen Broschüre Hamburgs Rolle im europäischen Kolonialismus und Strategien für eine Aufarbeitung der Kolonialgeschichte darzustellen.
Im vergangenen Jahr hat es zahlreiche Debatten um die Büste und die Erinnerung an Hamburgs koloniales Erbe gegeben. Konsequenzen gab es jedoch bisher nicht. Deswegen fordert das Eine Welt Netzwerk Hamburg die Entfernung der Büste sowie die ernsthafte Suche nach einem geeigneten Erinnerungsort in Hamburg. Einwänden, wonach man die Schimmelmann-Büste gerade wegen ihres „Erinnerungswertes“ nicht entfernen solle und sie die Chance biete, „vor Ort aus der Geschichte zu lernen“, erteilt Heiko Möhle, Geschäftsführer des Eine Welt Netzwerk Hamburg e.V. eine Absage: „Die Büste steht nicht seit 200 Jahren dort, sie hat deshalb keinen Wert als historisches Zeugnis. Der Sklavenhändler erfuhr erst 2006 die Ehrung durch dieses Denkmal. Das allein ist ein Skandal. Ein noch größerer Skandal ist es, dass die CDU das Vorgehen trotz zahlreicher Proteste und Informationen über die menschenverachtenden Geschäften Schimmelmanns immer noch gutheißt.“
Die Broschüre „Hamburg und Kolonialismus“ der GAL-Fraktion ist kostenlos erhältlich unter www.gal-fraktion.de →Publikationen →Broschüren
Kontakt :
Eine Welt Netzwerk Pressestelle, Anke Schwarzer 040 358 93 86 anke.schwarzer@ewnw.de