Katja Karger ist neue Vorsitzende des DGB Hamburg

Die DGB-Delegiertenkonferenz Hamburg sandte wichtige Signale der für eine arbeitnehmerfreundliche und soziale Politik sowie eine solidarische Stadt.
Erstmals steht eine Frau an der Spitze der Hamburger Gewerkschaften. Am Dienstagabend, den 22. Oktober, wählten die Teilnehmer der Delegiertenkonferenz des DGB Hamburg die 44-jährige zur neuen Vorsitzenden. Sie erhielt 39 Ja-Stimmen, bei einer Enthaltung, sowie keiner Nein-Stimme. Ein sehr gutes Ergebnis!

Katja Karger bedankte sich für das ihr entgegengebrachte Vertrauen und machte bei ihrer Vorstellungsrede deutlich, wo sie ansetzen möchte: „Die Arbeitswelt ist aus den Fugen geraten. Sowohl innerhalb der Dienstleistungsbranche als auch in der Industrie steigt die Zahl der Minijobs, des Lohndumpings, Leih- und Werkverträge nehmen zu. Überlange Arbeitszeiten nehmen zu und die individuelle Überbelastung wächst. Wir brauchen faire Arbeitsbedingungen in der Stadt. Darüber hinaus geht es um die Gleichberechtigung aller Bevölkerungsgruppen, menschenwürdige Hartz IV Sätze – die genauso notwendig sind wie die nachhaltige Absicherung der Renten. Es geht auch um gerechte Mieten. Denn was nützen uns Tariferhöhungen, wenn diese unmittelbar von den Wohnkosten aufgefressen werden. Der DGB setzt sich ein für Hamburg als soziale Stadt für alle und als Stadt der Guten Arbeit.“

Mit der Wahl von Karger endet die vierjährige Amtszeit von Uwe Grund. In seiner letzten Rede als Vorsitzender des DGB Hamburg sagt er: „Wenn ich jetzt nach 42 Jahren hauptamtlicher Tätigkeit in der Gewerkschaftsbewegung, davon ein Vierteljahrhundert in Wahlfunktionen ‚den Hut nehme’, dann tue ich dies mit einem guten, zufriedenen Blick zurück. Besonders freut mich, dass wir mit meiner Nachfolgerin eine jüngere und dennoch erfahrene, durchsetzungsstarke und sehr engagierte Frau gefunden haben. Katja Karger wird eine starke Gewerkschaftsvorsitzende, sie wird Signale setzen für politische Orientierung und Solidarität in der Stadt!“

In einem Grußwort hatte der Erste Bürgermeister Olaf Scholz gegenüber den Delegierten vor der Wahl erklärt: „Wenn wir in den kommenden Jahren eine führende Rolle dabei spielen wollen, Europas Finanz-, Wirtschafts- und Arbeitsmarktprobleme mitzulösen, müssen wir endlich unsere eigenen verschleppten Aufgaben lösen: Alle Beschäftigten müssen vor Dumpinglöhnen geschützt sein. Unfaire Löhne sind eine der größten Bedrohungen des sozialen Friedens und des sozialen Zusammenhalts. Es verletzt die Ehre, wenn man den ganzen Monat Vollzeit arbeitet und am Ende dennoch öffentliche Unterstützung in Anspruch nehmen muss.“

Neben dem Ersten Bürgermeister waren unter anderem die Fraktionsvorsitzenden der in der Bürgerschaft vertretenen Parteien, sowie der Chef der Hamburger Agentur für Arbeit, der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hamburg, der Präsident des Landesarbeitsgerichts, sowie der Vorsitzende des Sozialverbands anwesend.

Die Delegierten verabschiedeten auf der Konferenz unter anderem ein 10-Punkte-Programm gegen Armut, forderten in einem weiteren Antrag die Abkehr von der Lohndumping-Politik in Hamburg, mehr Arbeitsmarktgerechtigkeit, eine arbeitnehmerorientierte Energiepolitik, mehr Qualifizierung zur Fachkräftesicherung in der Stadt und eine Migrations- und Integrationspolitik, die die aufenthaltsrechtlichen Rahmenbedingungen für Partizipation verbessert und die sich stärker an den individuellen Talenten orientiert und diese fördert.

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