Auf der Kundgebung in Kiel aus Anlass des Kanal-Streiks hat der Vorsitzende des DGB-Nord, Uwe Polkaehn, eine Arbeitsplatzgarantie für die Beschäftigten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung.
Herr Minister, unterschreiben Sie die Arbeitsplatzgarantie!
Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord), hat das Bundesverkehrsministerium heute aufgefordert, die sturköpfige Blockade eines fairen Tarifvertrages endlich zu beenden und den Beschäftigten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung die Arbeitsplätze zu garantieren: „Herr Ramsauer könnte den Streik in einer Sekunde beenden. Er müsste nur seinen Kuli zücken und die Arbeitsplatzgarantie unterschreiben. Dann wäre der Kanal wieder offen“, sagte der DGB-Chef heute während einer Streikkundgebung in Kiel-Holtenau.
„Hier am Kanal zeigt die Bundesregierung gerade, dass sie keine Ahnung hat von den Sorgen der Arbeitnehmer – und dass denen in Berlin die Verkehrswege im Norden ziemlich schnurz sind“, sagte Polkaehn in seiner Rede.
3000 Arbeitsplätze seien in Gefahr, so der DGB-Vorsitzende, wie bei der Bahn tue der Bund auch für die Wasserwege viel zu wenig: „Wer die größte künstliche Wasserstraße der Welt kaputt spart, wer das größte Kapital hier am Kanal, das Know-How der Beschäftigten, so gering schätzt und auch noch abbauen will, wer die Wasserstraßen ausgerechnet vom Welthafen Bonn aus steuern will, der zeigt auf überzeugende Art und Weise, dass er von Bayerns Bahnhöfen mehr versteht als von der Küste und ihren Arbeitsplätzen.“
Dass „Leute, die viele Jahre und Jahrzehnte den Kanal am Leben erhalten haben, jetzt so hingehalten werden, ist schlimm und kein Zeichen guter Betriebskultur. Deshalb muss ein fairer Tarifvertrag her, in dem den Beschäftigten eine Zukunft und Perspektive gegeben wird“, so Polkaehn. Die Wirtschaft der gesamten Region brauche endlich eine Lösung des Konflikts.
Angesichts eines Sanierungsstaus von mehr als einer Milliarde Euro müssten im kommenden Jahrzehnt 120 Millionen Euro jährlich in den Kanalausbau investiert werden: „Euer Streik ist gerecht und ein klares Zeichen: Wir lassen uns und wir lassen den Kanal nicht kaputtmachen! Herr Ramsauer sollte endlich mit einem Tarifvertrag, einer Arbeitsplatzgarantie und klaren Zusagen für den Ausbau der Bundesverkehrswege in den Norden kommen. Er muss ja nicht den Hubschrauber nehmen, wir würden ihn auch vom Bahnhof abholen.“