Kaltehofe – Museum der Natur und Industrie

Am Sonntag ist es soweit: Auf der Elbinsel Kaltehofe öffnet das „Kultur- und Naturkundemuseum“. Zwischen Norderelbe und Billwerder Bucht kann ein einzigartiges Naturareal bestaunt werden – inklusive Ausstellung mit unterirdischen Gängen und den historischen Wasserbecken der ehemaligen Filtrationsanlage, die 1892 gegen die Cholera-Epedemie gebaut wurde.

Der Bau des neun Millionen Euro teuren „Wasserkunst-Museums“ und der dazu gehörigen Anlage ist zu jeweils 50 Prozent vom städtischen Unternehmen „Hamburg Wasser“ und aus Bundeskonjunkturmitteln finanziert worden. Mit der Anlage verbunden ist die teilweise Öffnung des Geländes für PKWs, die über eine Strecke von einem halben Kilometer nunmehr einen Parkplatz mitten auf dem bisher autofreien Kaltehofe-Gelände von Hamburg Wasser ansteuern können. Die stadtentwicklungs- und verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, Heike Sudmann, kritisiert dies: „Durch die Öffnung des bisher für den Autoverkehr geschlossenen Terrains in Form einer über etwas 500 Meter befahrbaren Straße ist die Ruhe, die jahrzehntelange Abwesenheit von Lärm und Abgasen dahin. Diese Zuwegung hätte nicht sein müssen und ist auch gegen den ausdrücklichen Protest ortsansässiger Initiativen durchgesetzt worden. Insofern kaschieren die offiziellen Verlautbarungen, es handele sich um ein besonders gelungenes Beispiel für BürgerInnenbeteiligung, auch in diesem Falle die realen Verhältnisse. Zudem bedeutet die Öffnung des Geländes für den PKW-Verkehr, dass damit eine genau gegenteilige Vereinbarung aus dem ‚Agenda-21-Prozess Kaltehofe’ gebrochen wird. Der sanfte Umgang mit den verbliebenen Naturflächen sieht anders aus. Und ernsthafte, ehrlich gemeinte BürgerInnenbeteiligung sowieso.“

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