Jugendarbeitslosigkeit: Zukunfts- und Investitionsprogramm für Europa!

Anlässlich des Gipfels der europäischen Staats- und Regierungschefs vom 11. bis 13. November in Paris fordern die Gewerkschaften erneut effektivere und schnellere Maßnahmen gegen die Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Dazu sagte Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende, am Dienstag in Paris:

„Noch immer hat fast jeder vierte Jugendliche in Europa keine Arbeit und keinen Ausbildungsplatz. Seit Monaten wird diskutiert über Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit – passiert ist nichts. Die im Juni beim Jugendgipfel in Berlin zugesagten Mittel wie etwa die Jugendgarantie wirken bestenfalls mittelfristig. Das Thema ist von den europäischen Regierungen erkannt worden – mehr aber auch nicht. Schnelle und direkte Hilfe sieht anders aus. Die jungen Menschen brauchen jetzt Unterstützung. Jeder weitere Tag ohne Arbeit ist eine Katastrophe für die Jugendlichen und letztlich auch für Europa.

Die falschen Kürzungsprogramme der EU würgen die Wirtschaft ab, anstatt den Ländern auf die Beine zu helfen. Europa braucht vielmehr ein Zukunfts- und Investitionsprogramm in Wirtschaft, Bildung und Infrastruktur, wie es der Europäische Gewerkschaftsbund vorgelegt hat.“

Florian Haggenmiller, DGB-Bundesjugendsekretär, sagte in Paris:

„Mit ihrer Sparpolitik setzen Europas Staats- und Regierungschefs auf den falschen Dampfer. Damit werden die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise auf die Jugend abgewälzt. Die Politik kümmert sich schlicht nicht um die Jugend und verspielt so Europas Zukunft. Denn Unzufriedenheit und Perspektivlosigkeit sind eine Gefahr für Europa – die aufstrebenden rechten Parteien, etwa in Frankreich, Griechenland und Ungarn, setzen auch auf den Frust der Jungen.“

In einer am Rande des EU-Gipfels veröffentlichten gemeinsamen Erklärung fordern französische und deutsche Gewerkschaften freien Zugang zu einer qualifizierenden Ausbildung. Um einen Missbrauch von Praktika zu verhindern, sollen sie auf europäischer Ebene geregelt werden:

„Eine angemessene und qualifizierende schulische, universitäre oder duale Ausbildung ist der beste Schutz gegen Jugendarbeitslosigkeit. Der Wettbewerb um niedrigste Sozialstandards in Europa soll beendet und Mindestlöhne in allen Mitgliedsstaaten eingeführt werden. Ein Absenken von Sozialstandards durch atypische Arbeitsverträge oder besondere Lohn- und Gehaltsmodelle für Jugendliche lehnen wir ab“, heißt es in der Erklärung.

Gemeinsame Erklärung der deutschen und französischen Gewerkschaften im Wortlaut: http://www.dgb.de/-/Fp5

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