„Hier ist kein Zuhause für die Herren W. und D.“ stand auf Protestplakaten gegen die Unterbringung von Ex-Häftlingen in Hamburg-Jenfeld. Als „Gewerkschafter und Bürgerschaftsabgeordneter“ hat sich Wolfgang Rose mit einem Aufruf in die Diskussion über die Unterbringung ehemaliger sicherheitsverwahrter Menschen eingebracht. Die Überschrift: „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“.
Im Hamburger Stadtteil Jenfeld wird kontrovers über die Unterbringung ehemaliger Sicher-heitsverwahrter in einer polizeibewachten Unterkunft diskutiert. Die zeitlich befristete Lösung stößt bei einer Reihe von Anwohnern auf Protest. Ankündigungen zufolge wollen sie sich jeden Tag vor dem neuen Wohnhaus der ehemaligen Häftlinge zu einer „Mahnwache“ treffen, bis deren Auszug erreicht ist. Rose, er sitzt für die SPD in der Bürgerschaft, will einen „zivilgesellschaftlichen Umgang“ mit den ehemaligen Häftlingen erreichen.
„Als Angehörige der Zivilgesellschaft in Hamburg verfolgen wir die verbale Eskalation und Bedrohung von Menschen, die ihre Strafe und Haft verbüßt haben, mit großer Sorge. Wir befürchten irreparable Schäden für das zivilgesellschaftliche Miteinander und die politische Kultur in der Freien und Hansestadt Hamburg“, heißt es in dem Aufruf.
Es gebe in Hamburg kaum jemanden, der kein Verständnis für Sorgen, Ängste und Fragen von Eltern habe. Der Rechtsstaat gelte aber für alle, auch für Strafentlassene: „Zu den Werten der Zivilgesellschaft gehört auch, dass sich alle an Gesetze und Urteile halten. Das hohe Gut der Resozialisierung ist dabei auch das Versprechen der Gemeinschaft, jedem den Anspruch auf eine Teilhabe am Leben einer humanen Gesellschaft neu zu ermöglichen. Wer Menschen nach ihrer Tat nur noch ein Zuhause in Gewerbegebieten zubilligen oder sie ganz vertreiben will, verletzt die Werte der Zivilgesellschaft. Die Menschenwürde ist nicht teilbar.“
Die Unterzeichner richten an alle Nachbarinnen und Nachbarn in Jenfeld, an die Medien, an die Politik und an alle Bürgerinnen und Bürger in Hamburg den Appell:
o Achten wir die Menschenwürde eines jeden Menschen.
o Treten wir der Eskalation der Worte und der aggressiven Ausgrenzung entgegen.
o Vertrauen wir der Sicherheitsgarantie des Rechtsstaats und der Polizei.
o Fordern wir von den Medien eine verantwortliche Berichterstattung.
o Verteidigen wir die Werte unserer Zivilgesellschaft für alle Menschen.
Der Aufruf kann über Roses Facebook-Seite eingesehen, unterstützt und verbreitet werden.
Im Internet auch unter: www.wolfgang-rose.info