„Was lange währt, wird leider nicht immer gut“, so kommentierte die wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Gesine Dräger, die heutige Unterzeichnung des Masterplan Industriepolitik. Seit Jahren fordert die SPD-Fraktion einen Masterplan Industriepolitik. Im Oktober 2006 hatte sie dazu einen Antrag in die Bürgerschaft (Drs. 18/5157) eingebracht.
Eine Lenkungsgruppe aus Senat, Industrieverband und Handelskammer sollte seit Herbst 2006 den längst überfälligen Plan erarbeiten. Ergebnisse sollten im Frühjahr 2007 vorliegen. „Leider hat sich das lange Warten nicht gelohnt“, bedauerte Dräger. Dass nach mehr als sechs Jahren endlich die Erkenntnis gereift ist, dass es eines abgestimmten Clustermanagements bedarf, sei dürftig, so Dräger.
Vor allem fehle aber eine Perspektive für die Beschäftigungssituation in der Industrie. Viele Menschen könnten ohne Hilfe den gestiegenen Qualifikationsansprüchen in diesem Sektor nicht mehr Stand halten. Auf der anderen Seite werde von allen Seiten der steigende Fachkräftemangel beklagt. „Und was finden wir zu diesem zentralen Zukunftsthema in der Zusammenfassung des Masterplans? – Nichts. Unter der Überschrift „Aktive Arbeitsmarktpolitik ist wiederholt von Arbeitskosten die Rede, nichts von Qualifizierung. Was wir aber brauchen ist eine Qualifikationsoffensive, die auch geringer Qualifizierten eine Perspektive bietet“, forderte Dräger. „Leider fließen auch die Informationen nur spärlich. Der eigentliche Plan liegt den Abgeordneten zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor und die Zusammenfassung benennt kaum Konkretes.“