Immer mehr Billigjobs

Die Zahl der atypisch Beschäftigten hat im Jahr 2011 mit insgesamt 7,92 Millionen Personen einen neuen Höchststand erreicht – 22 Prozent der Erwerbstätigen sind in befristeten, geringfügigen und Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen sowie in Zeitarbeit beschäftigt. „Mit Tagelöhnerei, Rentnerarbeit und Endlos-Praktika kommt die deutsche Wirtschaft nicht voran“, sagt die Gewerkschaft.

Die Zahl der Normalbeschäftigten steigt zwar auch wieder, sie ist aber mit 23,67 Millionen noch niedriger als vor zehn Jahren (2001: 23,74 Millionen) und liegt deutlich unter der von 1991 (26,83 Millionen), so das Statistische Bundesamt.

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord), erklärt dazu:

„Der Arbeitsmarkt bleibt gespalten. Während vorausschauende Unternehmen ihre Fachkräfte mit unbefristeten Verträgen binden, setzen andere weiter auf Lohndumping, Leiharbeit und Arbeitnehmer in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen. Und es darf nicht übersehen werden, dass auch so mancher Arbeitsvertrag Bedingungen zum Nachteil der Arbeitnehmer enthält.

Es bleibt Aufgabe der Arbeitnehmervertreter in den Betrieben, aber auch der Politik, das Anwachsen schlechter und unsicherer Arbeit zu stoppen. Gute Arbeit hat ihren Preis. Mit Tagelöhnerei, Rentnerarbeit und Endlos-Praktika kommt die deutsche Wirtschaft nicht voran. Es könnten hierzulande noch viel mehr unbefristete und besser bezahlte Arbeitsverhältnisse entstehen. Und der gesetzliche Mindestlohn ist überfällig. Denn 1,3 Millionen der geringfügig Beschäftigten müssen schon jetzt als „Aufstocker“ staatliche Unterstützung beantragen, um überhaupt über die Runden zu kommen.“

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