Die Grundschulstudie IGLU, deren Ergebnisse heute vorgestellt wurden, belegt (im internationalen Vergleich) leichte Verbesserungen für die deutschen Grundschulen. Und: Sie liefert Argumente für „Eine Schule für Alle“.
Die Ergebnisse der heute veröffentlichten Grundschulstudie IGLU kommentiert der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft / GEW Hamburg, Klaus Bullan:
„Es ist erfreulich, dass Deutschlands Grundschulen sich im internationalen Vergleich leicht verbessert haben und im europäischen Raum in der oberen Liga mitspielen können. Das bestätigt auch die hohen Leistungen der Pädagoginnen und Pädagogen in der Grundschule, denen dies trotz verschlechterter Rahmenbedingungen wie größerer Klassen und immenser Mehrarbeit – wie in Hamburg – gelingt.
Es zeigt sich erneut, dass die Grundschule, die ohne die Trennung von Kindern nach vermeintlicher Leistung auskommt, erfolgreicher ist als das gegliederte System danach. Das Auslesesystem, in das das deutsche Schulsystem fast alle Kinder ab der vierten Klasse zwingt, hemmt erfolgreiches Lernen- die gemeinsame Grundschule unterstützt erfolgreiches
Lernen.
Ein Skandal ist, dass ein Kind ungelernter Arbeiter mehr Leistungen zeigen muss als Kinder von Akademikern, um aufs Gymnasium zu kommen. Die Schere zwischen den Kindern aus sogenannten bildungsfernen und bildungsnahen Familien ist in den vergangenen Jahren noch weiter auseinander gegangen. Das bundesdeutsche Schulsystem setzt Eltern und Lehrer unter Druck, Kinder schon frühzeitig auf verschiedene Schulformen zu sortieren.
Für uns als GEW sind die Ergebnisse der Grundschuluntersuchung IGLU ein klares Indiz dafür, dass wir mit unserer Initiative für Eine Schule für Alle auf dem richtigen Weg sind. Nur das gemeinsame Lernen ohne Ausgrenzung in einer Gemeinschaftsschule ermöglicht Kindern und Jugendlichen die Entfaltung all ihrer Potenziale unabhängig von ihrer sozialen Herkunft!“