Die Tarifverhandlungen für die 150.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie werden morgen, Donnerstag, in Bremen fortgesetzt. Die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau, hat den Arbeitgeberverband NORDMETALL aufgefordert, in der zweiten Verhandlungsrunde ein Angebot vorzulegen.
„Jetzt sind die Arbeitgeber gefordert. Mit einem akzeptablen Vorschlag können sie dafür sorgen, dass wir schnell zu einem Abschluss kommen“, so die Gewerkschafterin. „Bislang haben die Arbeitgeber nur über die angeblich so schlechte Wirtschaftslage gejammert, jetzt müssen sie Farbe bekennen.“
Blankau erwartet zu den Verhandlungen 300 bis 400 Beschäftigte, die vor dem Congress Centrum Bremen für eine Tariferhöhung von acht Prozent protestieren wollen. „Die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben wissen, dass unsere Forderung gerechtfertigt ist“, sagte die Bezirksleiterin. Den meisten Betrieben der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie gehe es hervorragend. Die Finanzkrise habe bislang so gut wie keine Auswirkungen. Das belege auch eine Umfrage unter den Betriebsräten von 130 Unternehmen, die Anfang Oktober zu der wirtschaftlichen Lage befragt worden seien. Nach der Umfrage ist die wirtschaftliche Situation in 65 Prozent der Unternehmen sehr gut bis gut. Weitere 30 Prozent schätzen die Lage als befriedigend oder ausreichend ein. Auch für die Zukunft sind die Betriebsräte zuversichtlich: Fast 80 Prozent beurteilen die wirtschaftliche Perspektive ihrer Unternehmen sehr gut, gut oder befriedigend. „Wir lassen uns von den Arbeitgebern nicht verunsichern – die Finanzkrise ist keine Krise der Metall- und Elektroindustrie“, so Blankau.
Die Bezirksleiterin sieht die Forderung nach acht Prozent mehr Lohn und Gehalt auch als ein Instrument zur Stärkung der Binnenkonjunktur. „Wir dürfen bei den Löhnen nicht auf die Bremse treten, sonst kommt die Konjunktur wirklich ins Stottern“, sagte die Gewerkschafterin.