IG Metall Küste: Massive Streiks am 3. und 4. Mai

Nachdem auch die dritte Tarifverhandlung für die 140.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie am vergangenen Freitag keinen Fortschritt gebracht hatte, bereitet sich die IG Metall Küste auf flächendeckende Warnstreiks in den nächsten Wochen vor – auch in Hamburg.

Die große Tarifkommission des Bezirks hat sich auf ihrer Sitzung heute in Bremen einstimmig für erste Arbeitsniederlegungen am 3. und 4. Mai ausgesprochen. Geplant sind Aktionen in allen fünf norddeutschen Bundesländern. Demonstrationszüge und Großkundgebungen sind für Donnerstag, 3. Mai, in Hamburg und in Bremen in Vorbereitung.

„Die Arbeiteber provozieren mit ihrem Angebot Warnstreiks. Nur 2,6 Prozent für zwölf Monate zu bieten, ist viel zu wenig. Unsere Forderungen nach mehr Mitbestimmung bei Leiharbeit und der unbefristeten Übernahme der Ausgebildeten lehnen sie weiterhin ab“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Die Arbeitgeber müssen endlich begreifen, dass wir uns nicht hinhalten lassen und einen ernst gemeinten Lösungsvorschlag zu allen drei Forderungen erwarten.“

In einer Resolution haben die 120 Vertreter der großen Tarifkommission ihre Forderungen bekräftigt: „Anscheinend verkennen die Arbeitgeber unsere Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit. Die steigende Mobilisierung zu den Verhandlungstagen – mit dem vorläufigen Höhepunkt am 20.4.12 in Lübeck – zeigt deutlich, eine Lösung dieser Tarifrunde ist nur mit allen drei Forderungen möglich. Hierzu werden wir jetzt den Druck in den Betrieb erhöhen“, heißt es in der einstimmig beschlossenen Resolution, die wir nachfolgende dokumentieren.

Resolution der großen Tarifkommission
für die Metall- und Elektroindustrie
24.04.2012
Berechtigte Forderungen
Mit der Forderung nach einer Erhöhung der Entgelte und Auszubildendenvergütung um
6,5 Prozent streitet die IG Metall in dieser Tarifrunde für eine angemessene Teilhabe am
wirtschaftlichen Aufschwung in der Metall- und Elektroindustrie. Wir wollen zudem Sicherheit
und Perspektive für unsere Auszubildenden schaffen. Statt befristeter Arbeitsverhältnisse
und Leiharbeit soll für sie im Anschluss an die Ausbildung ein unbefristetes Arbeitsverhältnis
die Regel sein. Zu fairer und guter Arbeit gehört es auch, dass wir die ausufernde
Leiharbeit in feste Arbeitsplätze umwandeln. Durch mehr Mitbestimmung der Betriebsräte
wollen wir die Leiharbeit auf das Nötigste reduzieren und unter faire Bedingungen
stellen.
Arbeitgeber verschärfen die Tarifrunde
In drei Verhandlungsrunden und mehreren Sondierungsgesprächen vor der Tarifrunde haben
wir mit den Arbeitgebern über diese Forderungen gesprochen. Wir müssen feststellen,
sie haben es nicht verstanden oder sie wollen es nicht verstehen. Sie haben die Friedenspflicht
verantwortungslos verstreichen lassen und anstelle eines verhandlungsfähigen
Angebotes einen sogenannten „Lösungsvorschlag“ vorgelegt. Leider hilft dieser nicht weiter,
sondern verschärft die Situation:
· Eine Entgelterhöhung von 3 % für 14 Monate geht an der wirtschaftlichen Realität
vorbei.
· Mit unverbindlichen Appellen zur Übernahme ist die Unsicherheit der jungen Generation
nicht zu beseitigen.
· Sich bei der Leiharbeit für Branchenzuschläge auszusprechen, aber gleichzeitig die
Forderung aufzustellen, dass die daraus resultierenden Mehrkosten durch die
Stammbelegschaft bezahlt werden sollen, ist frech und unverschämt.
· Sich einer Regulierung von Leiharbeit zu entziehen und gleichzeitig die Ausweitung
von Arbeitszeit und von Befristungen zu fordern, lässt an der Ernsthaftigkeit der Arbeitgeberseite
zweifeln.
Jetzt Druck machen
Anscheinend verkennen die Arbeitgeber unsere Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit. Die
steigende Mobilisierung zu den Verhandlungstagen – mit dem vorläufigen Höhepunkt am
20.4.12 in Lübeck – zeigt deutlich, eine Lösung dieser Tarifrunde ist nur mit allen drei Forderungselementen
möglich. Hierzu werden wir jetzt den Druck in den Betrieben erhöhen!

Die große Tarifkommission fordert deshalb,
· die Bezirksleitung auf, nach Auslaufen der Friedenspflicht zu Warnstreiks am 3. und
4. Mai 2012 aufzurufen.
· die Betriebsräte und Beschäftigten auf, die Mehrarbeit abzulehnen.
· die Bezirksleitung und Verwaltungsstellen auf, zur Durchsetzung unserer berechtigten
Forderungen, einen Küstenaktionstag vorzubereiten und ein Konzept für einen
Arbeitskampf mit allen Beteiligten abzustimmen.

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