Die gute Mischung von Vorträgen, Diskussionen und interessanten Workshops war einer der Bausteine dafür, dass die nunmehr 4. Jahrestagung für die bezirklichen Vertrauensleute und Ortsgruppenvorstände ein großer Erfolg wurde. Der andere Baustein war die engagierte Mitarbeit und große Aufmerksamkeit der ins Bürgerhaus Wilhelmsburg gekommenen Gewerkschafter/-innen.
Zum Auftakt erläuterte Isabell Eder aus der Abteilung Mitbestimmung des Hauptvorstandes die bundesweite „Offensive Mitbestimmung“ der IG BCE. Für zehn Handlungsfelder bekommen Betriebsräte konkrete Hilfen bei der Durchsetzung von Belegschaftsrechten. Stichworte sind unter anderem Leiharbeit und Werkverträge, Industrie 4.0, Weiterbildung, Wirtschaftsausschuss, Personalplanung und die Behinderung der Arbeit von Betriebsräten. Eder kündigte an, dass rechtzeitig zur Bundestagswahl 2017 entsprechende Forderungen an die Parteien gestellt werden sollen, um auf die Wahlprogramme Einfluss zu nehmen. Ausführliche Informationen gibt es ganz frisch auf http://mitbestimmen-epaper.bw-h.de.
Stimmen aus der Tagung
Bezirksleiter Jan Koltze hatte die Vertreter von Vertrauensleutekörpern und Ortsgruppenvorstände auf die Projekte und Ziele eingestimmt: „Wir wollen die Zahl der jetzt 33 Vertrauensleutekörper weiter erhöhen“, sagte er, „und wir wollen mit den Gliederungen Themen erarbeiten, die als Anträge an die bevorstehenden Kongresse gehen.“ Besonders wichtig sind den Bezirk Projekte wie „Frauen HOCH 3“, die deutliche Steigerung des Frauenanteils in der Organisation und die Erschließung neuer Branchen wie derzeit im Bereich Labore.
In der Diskussion ging es vor allem um die Frage, wie am besten neue Kandidatinnen und Kandidaten für die anstehenden Vertrauensleutewahlen gewonnen werden könnten. Einmütig waren sich alle in ihrer Forderung, die ehrenamtliche Arbeit aufzuwerten. „Nötig sind `Begeisterungshilfen`“, sagte etwa Hans-Martin Bockelmann (Ortsgruppe Stade und BR DOW).
Ingo Meier (BR Hermes Schleifmittel) berichtete aus der Praxis, dass es wichtig sei, kontinuierlich zu informieren. Am Beispiel „Was bedeutet Industrie 4.0 für die Arbeit von Betriebsräten und Vertrauensleuten?“ ermunterte er die Anwesenden, man müsse „ausprobieren, sich austauschen und nach gelungenen Vorbildern (‚best practice‘) suchen“.