HSH Nordbank in schwerer See

Gefahr für den Hamburger Haushalt? Die HSH Nordbank hat ihre Ergebnisse zum 1. Halbjahr 2012 veröffentlicht. Die Zahlen im operativen Geschäft sind alle rückläufig.

Die Bank spricht von einer hohen Belastungen durch die weiter verschlechterte Lage der Schifffahrt, die Risikovorsorge deutlich gestiegen. Eine schnelle Verbesserung des schwierigen Umfelds für Banken und insbesondere in der Schifffahrt sei nicht zu erwarten.

Der Zinsüberschuss ging um 29 % zurück, der Gesamtertrag um 41 %, das Ergebnis vor Restrukturierung um 70 %, das Ergebnis vor Steuern um 93 %, der Konzernüberschuss um 79 %. Auch im Vergleich vom 1. Und 2. Quartal lässt sich eine deutliche Verschlechterung feststellen.

Norbert Hackbusch, finanz- und haushaltspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Die Ergebnisse sind überaus beunruhigend, der HSH Vorstand scheint die Lage nicht in den Griff zu bekommen. Ich würde es begrüßen, wenn der HSH-Vorstand endlich klare und deutliche Worte finden würde für die dramatische Lage der Bank finden würde“, schließt Hackbusch.

Die Bank erklärte zu den Aussichten:

„Für den weiteren Jahresverlauf 2012 rechnet die HSH Nordbank mit anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen für ihr Geschäft. Das Wachstum der Weltwirtschaft dürfte weiter an Dynamik einbüßen und für die Euro-Schuldenkrise zeichnet sich noch keine zügige Lösung ab, was auch die Aufwertung des Dollars weiter vorantreiben könnte. Im Zuge dieser ungünstigen Entwicklungen hat sich auch die Unsicherheit für die Schifffahrt weiter erhöht. Die HSH Nordbank rechnet entsprechend nicht mit einer raschen Verbesserung der Lage und erwartet den Tiefpunkt im Zyklus der Branche erst in den kommenden zwölf bis 18 Monaten. Mit dem Beginn einer langsamen Erholung bei Frachtraten, Zeitcharterraten und Schiffspreisen rechnet die Bank gegenwärtig nicht vor Ende 2013.

Dementsprechend geht die Bank weiterhin von einem höheren Vorsorgebedarf für Kreditrisiken aus. Im gegenwärtigen Umfeld dürfte es für die HSH Nordbank daher trotz der Fortschritte bei der Umsetzung ihres Strategieprogramms herausfordernder werden, ihre finanziellen Ziele vollständig zu erreichen. Bereits bei der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal im Mai hatte der Vorstand die Prognose eines positiven Jahresergebnisses an die Bedingung geknüpft, dass es nicht zu einer – inzwischen eingetretenen – weiteren Verschärfung der Lage in der internationalen Seeschifffahrt kommt.

Über die konsequente Fortsetzung des im Vorjahr eingeleiteten Umbaus hinaus prüft die Bank deshalb zusätzliche Maßnahmen, um das gestiegene Risikopotenzial zu senken und dauerhaft angemessene Kapitalquoten zu sichern. Mit Ergebnissen dieser Prüfung ist im Laufe dieses Jahres zu rechnen. „Wir verfügen über eine Reihe von Stellschrauben und werden alles Notwendige tun, um auch die vor uns liegenden zusätzlichen Herausforderungen zu meistern“, versicherte Lerbinger.

Ungeachtet dessen erwartet die Bank auch im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres Fortschritte im Kundengeschäft. „Wir lassen uns durch die jüngsten Erschwernisse nicht entmutigen und werden unseren Weg unbeirrt weiter gehen“, so Lerbinger. „Die schrittweise Umstellung auf das neue Geschäftsmodell entfaltet auch in dem gegenwärtig sehr schwierigen Marktumfeld zunehmend Wirkung, und wir werden die mit dem Umbau der HSH Nordbank verbundenen Perspektiven unter strikter Beachtung der EU-Vorgaben auch in Zukunft konsequent nutzen.“

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