Noch Rest-Karten für
Holocaust-Dokumentarstück
im Hamburger Rathaus
Bürgerschaft lädt ein zum Holocaust-Gedenken im Großen Festsaal
Seit elf Jahren ist es für die Hamburgische Bürgerschaft gute Tradition, das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus zu pflegen. Mit dem internationalen Gedenktag, der 2005 von der Uno-Vollversammlung ausgerufen wurde, wird an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 erinnert. Jedes Jahr Ende Januar lädt der Präsident zu einer szenischen Lesung ins Rathaus ein. Das Dokumentarstück schreibt der Hamburger Autor Michael Batz seit 1998 in Folge im Auftrag der Bürgerschaft. Das aktuelle Stück entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Hamburger Geschichtswerkstätten und dem Ernst Deutsch Theater und trägt den Titel „meinen Dank für die Rettung will ich nun abtragen…“. Es basiert auf original Notizen des jüdischen Hamburgers Herbert Löwy, der berichtet unter welchen Umständen und mit wessen Hilfe er die Nazizeit in Hamburg überlebte. Die
Szenische Lesung
wird am 27. Januar
um 18 Uhr
im Großen Festsaal des Rathauses
aufgeführt.
Für diesen Termin gibt es für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger noch so lange der Vorrat reicht kostenlose Eintrittskarten –
unter der Rufnummer 040 – 428 31 – 24 83.
In einem Dokument, das der Stiftung Hamburger Geschichtswerkstätten übergeben wurde, schrieb Herbert Löwy : „…nahm ich mir vor, im kleinen Stil das Erlebte niederzuschreiben…“.
So entstand ein Bericht darüber, wie er die Nazizeit in Hamburg überlebte, vor allem die Monate vom Winter 1944/45 bis zum Kriegsende im Mai 1945 bei einer Familie in der Fischbeker Heide. Dieses Dokument ist insofern eine Rarität, als es in Hamburg so gut wie keine schriftlichen Zeugnisse und auch kaum mündliche Berichte darüber gibt, wie sich jüdische Hamburger den letzten Deportationen 1945 entziehen konnten. Weiterhin außergewöhnlich ist, dass Herr Löwy alle seine nichtjüdischen deutschen Helferinnen und Helfer beim Namen nennt und sich bedankt.
Eine mehrwöchige Ausstellung in der Rathausdiele begleitet seit acht Jahren die Gedenkveranstaltung der Hamburgischen Bürgerschaft. In Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und der Landeszentrale für Politische Bildung entstand in diesem Jahr die Ausstellung „Die Orte bleiben. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus in Hamburg“ – ergänzt durch einen Gedenkstättenwegweiser in Form einer Broschüre.
Ausstellung:
bis Sonntag, 13. Februar 2009
Montag bis Freitag: 9.00–18.00 Uhr
Samstag und Sonntag 10.00–13.00 Uhr
in der Diele des Hamburger Rathauses.
Der Eintritt ist frei.