Hamburgs SPD-Vorsitzender Ingo Egloff hat das von Bürgermeister Ole von Beust und Wissenschaftssenator Jörg Dräger vorgestellte Konzept „Talentstadt“ als „inhaltsleer“ und als eine irreführende „Aneinanderreihung von Allgemeinplätzen“ kritisiert. Daran ändere auch die Tatsache nichts, so Egloff, „dass viele hohle Phrasen mit zumeist englischen Fremdbegriffen versehen wurden.“
Egloff: „Der Senat sucht acht Monate vor der Wahl verzweifelt nach Ideen. Zuerst legt er nach sechs Jahren des unerträglichen Zusehens ein Programm auf, das die Stadtteile fördern soll, aber in Wahrheit nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Damit wollte er dem SPD-Programm der Menschlichen Metropole etwas entgegensetzen, was aber nicht gelungen ist.
Auch Unternehmensberater werden ihm nicht helfen können, von diesem Versagen abzulenken. Nicht, solange diesen nicht mehr einfällt als Empfehlungen abzugeben wie beispielsweise ‚Kreativ-Viertel …sollen sich entwickeln können und gefördert werden‘, oder Feststellung zu machen, dass ‚Cluster-Ansätze‘ eine ‚Katalysatorwirkung‘ für andere Cluster hätten“.
Egloff: „Der Senat soll erstmal seine Hausaufgaben machen. Statt von Talenten, die zu holen sind, zu reden, sollte er zunächst die Talente fördern, die jetzt an der Hamburger Uni studieren. Die Präsidentin der Universität, Monika Auweter-Kurz, hat vor kurzem zu recht auf die Defizite des Senates verwiesen. Wer es nicht hinbekommt, genügend Masterstudienplätze zur Verfügung zu stellen, der sollte den Mund lieber nicht so voll nehmen.
Auch der Hinweis auf das Luftfahrtcluster ist nur heiße Luft. Hier entwickelt sich etwas ohne Zutun des Senates. Der Senat sollte außer Luftblasen zu produzieren lieber dafür sorgen, dass es zu mehr Kooperationen zwischen der Luftfahrtindustrie und den Hochschulen kommt.
Und die Tatsache, dass wieder nur von Technologie die Rede ist, ohne die in Hamburg hervorragend positionierten Geisteswissenschaften in die Zukunftsplanung mit einzubeziehen, zeigt einmal mehr die Senats-Einfallslosigkeit.“
Egloff sagte, dass auch die Gründung einer so genannten Ansiedlungsbehörde dem Bürgermeister nicht helfen könne, diese „Ideenlosigkeit“ zu kaschieren. „Politische Kreativität, die aus heißer Luft und hohlen Phrasen besteht, wird die Hamburger Wähler nicht überzeugen“, so Egloff.
Als weiteren Beleg für die gescheiterte Politik des CDU-Senats verwies der Hamburger SPD-Vorsitzende auf die Ansiedlungspolitik des Senats in der Hafencity: „Ich frage, welches bedeutende ausländische Unternehmen hat sich in der Hafencity angesiedelt? Trotz der Reden von den Erfolgen auf internationalen Immobilienmessen gibt es keine sichtbaren Ergebnisse. Die Bürgerinnen und Bürger werden sich vor dem Hintergrund dieser schlechten Bilanzen nicht täuschen lassen und im nächsten Jahr bei der Bürgerschaftswahl die Gelegenheit haben, mit der SPD das Original mit den besseren Ideen für die Stadt zu wählen“.