58 Milliarden Arbeitsstunden haben die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Jahr 2013 geleistet – das ist der höchste Stand seit 20 Jahren, errechnete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord), erklärt dazu:
„Es wird viel gearbeitet, aber die Arbeit ist nicht immer gut. Der Niedriglohnsektor ist im Norden besonders ausgeprägt, viele Frauen werden mit Minijobs abgespeist, Überstunden werden oft gar nicht entlohnt, die Belastungen wachsen, die Altersarmut nimmt zu. Und nur noch jeder Vierte unter 30 hat überhaupt eine unbefristete Vollzeitstelle. Die Zahlen belegen, dass die Vollzeitbeschäftigung rückläufig ist, während Teilzeitarbeit, Nebenjobs und prekäre Beschäftigung zunehmen. So wird es in Zukunft erhebliche Probleme geben, den Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu decken. Deshalb ist es jetzt nötiger denn je, eine neue Ordnung am Arbeitsmarkt herzustellen. Die Löhne und die Qualität der Arbeit müssen steigen, dazu können die Landesregierungen und Bundestagsabgeordneten von Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern eine Menge leisten – durch einen gesetzlichen Mindestlohn ohne Ausnahmen, faire Auftragsvergaben, mehr Mitbestimmung und Gesundheitsförderung im Betrieb, eine Reform der Minijobs und die Beendigung der Befristungsorgien in vielen Branchen. Das wäre auch der beste Beitrag, um neue Fachkräfte für die Unternehmen zu gewinnen.“