HH-Nord geht neue Wege in der Verkehrspolitik

Einstimmig hat die Bezirksversammlung Hamburg-Nord beschlossen, öffentlich über ein neues Verkehrskonzept zu debattieren, dass Sicherheit, Verkehrsfluss und Aufenthaltsqualität erhöht. Auslöser ist der Vorschlag der GAL, den Mühlenkamp in Winterhude und den Erdkampsweg in Fuhlsbüttel entsprechend umzugestalten.

Mit Hilfe des in Holland entwickelten Konzept des „Shared Space“ (zu deutsch etwa: „Raum für alle“) hat sich in den Zentren vieler europäischer Städte in den letzten Jahren eine kleine verkehrs­politische Revolution vollzogen: statt Rücksichtslosigkeit und Rechthaberei herrschen Gelassenheit und ein respektvolles Miteinander auf Straßen und Plätzen. Fuß-, Rad- und Autoverkehr teilen sich dabei den Straßenraum als gleichrangige Partner, Niveau-Unterschiede in der Pflasterung werden aufgehoben, Straßenschilder und Ampeln abgebaut. Für den fahrenden Verkehr gilt: rechts vor links und (höchstens) Tempo 30, für alle heißt es: Augen auf und Rücksicht nehmen.

Gerade in den lokalen Zentren der Hamburger Stadtteile, die sich gegen die Konkurrenz in der City und „auf der grünen Wiese“ behaupten müssen, bietet dieses Konzept Chancen für eine Attraktivitätssteigerung. Der Aufenthalt auf der Straße und vor den Geschäften wird nicht mehr durch Hektik, Abgase und Gestank getrübt, das urbane Flair bleibt erhalten.

Die GAL sieht darüber hinaus die Chance, fuß- und fahrradläufige Verbindungen zwischen Wohn- und Geschäftsquartieren zu stärken und damit auch den Ausstoß von CO2 und Feinstaub in unseren Straßen zu verringern.

„Shared Space bietet ein neues Verkehrskonzept, dass allen Modellen vergangener Diskussionen überlegen ist“, so Martin Bill, verkehrspolitischer Sprecher der GAL-Fraktion. „Im Shared Space wird der Autoverkehr nicht ausgeschlossen, sondern integriert; gleichwohl verbessert sich die Situation für Fuß- und Radverkehr. “ In Hamburg gebe es bereits anerkannte Bespiele: „Der Neue Wall hat viele Ideen des Shared Space bereits umgesetzt. Auch in den Bezirkszentren können wir die lokale Wirtschaftstruktur schützen und stärken.“

Die GAL-Sprecherin im Kerngebiet, Ulrike Sparr: „Aus unseren Veranstaltungen im Sommer 2007 wissen wir, dass es bei Geschäftsleuten und AnwohnerInnen noch viele Fragen zum Konzept des Shared Space gibt. Darum wollen wir auch von Seiten der Bezirksversammlung diesem Informationsbedürfnis entsprechen und in einen Dialog mit den Betroffenen eintreten.“

Der Sprecher im Ortsausschuss Fuhlsbüttel-Langenhorn, Siegfried Diebolder: „Seit 15 Jahren gibt es die Diskussion um die Neugestaltung des Erdkampwegs. Die GAL sieht in dem Shared-Space-Konzept nicht nur die Möglichkeit, das Zentrum Fuhlsbüttels attraktiver zu machen, sondern auch der Unfallhäufigkeit – 250 Unfälle in den vergangenen 5 Jahren – entgegenzuwirken.“

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