Heiligabend: Bischöfin Fehrs besucht Obdachlose

Der Kampf gegen die Armut zählt für Hamburgs neue Bischöfin Kirsten Fehrs zu den wichtigsten Herausforderungen in der Stadt. Sie übernimmt an Heiligabend die Tradition ihrer Amtsvorgängerin Maria Jepsen und besucht die Obdachlosen in der Tagesstätte Bundesstraße.

Fehrs betonte in ihrer ersten Weihnachtsbotschaft die „Lebenskraft“ der biblischen Erzählung. Die Geburt Jesu vermittele den Menschen die Hoffnung, dass Armut, Geringschätzung und Bedrohung überwunden werden können. Gerade angesichts der bitteren Realität gebe diese Botschaft dem Leben Kraft.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, warnte vor zunehmendem Egoismus. „Wir nehmen Zeichen einer wachsenden Entsolidarisierung wahr“, erklärte Schneider am Freitag in Hannover. Die Direktorin von „Brot für die Welt“, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, mahnte, die „Gaben der Welt als Geschenk wahrzunehmen und zu teilen“, damit alle etwas davon haben.

Schneider erklärte weiter: „Verzichten um anderer Menschen oder um der Bewahrung der Schöpfung willen, nach Gerechtigkeit statt nach Selbstverwirklichung suchen – wie schwer fällt uns das!“ Trotz der weltweiten blutigen Spur von Terror und Krieg, von Egoismus und Selbstherrlichkeit, von Folter, Hunger, Ausbeutung und Tod zeuge die biblische Botschaft der Engel seit mehr als 2.000 Jahren „von dem großen Licht, das Gott für die Dunkelheit der Welt und für alle Dunkelheiten im Leben der Menschen leuchten lässt“, unterstrich Schneider.

Füllkrug-Weitzel vom evangelischen Hilfswerk „Brot für die Welt“ fragte: „Was würden wir machen, wenn wir fast unser gesamtes Einkommen für Nahrungsmittel ausgeben und trotzdem hungern müssten?“ Die Pfarrerin erinnerte damit zu Weihnachten an die Not vieler Menschen in den Ländern des Südens: „Die großen Schwankungen bei den Lebensmittelpreisen treffen die Armen am härtesten, denn sie können sich oft nicht einmal mehr einmal am Tag satt essen“, fügte Füllkrug-Weitzel hinzu. Schon eine kleine Preiserhöhung entscheide über Leben und Tod. In Deutschland dagegen landeten viele Lebensmittel im Müll, weil zu viel eingekauft wurde oder das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Das sei „maßlose Verschwendung“. „Brot für die Welt“ hatte erstmals Weihnachten 1959 zu Spenden für die Hungernden aufgerufen.

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