Hausboote in Hamburg – Senat schläft weiter

HausbootGanze acht bewohnte Hausboote gibt es in ganz Hamburg, für weitere sieben eine Genehmigung. Diese traurige Bilanz ergab eine Senats-Anfrage der SPD-Abgeordneten Carola Veit. Inzwischen ist die Zuständigkeit für das Wohnen auf dem Wasser auf die Bezirke übergegangen – allerdings ohne ihnen dafür auch das notwendige Personal zur Verfügung zu stellen.

Nachdem der Senat vor über einem Jahr endlich grünes Licht für das Wohnen in Hausbooten auf Hamburger Kanälen und abgelegeneren Hafenbecken gegeben hatte, ist nicht mehr viel passiert, bilanziert Carola Veit. „Der Senat brüstet sich mit Ausstellungen und Aktionen, während er tatsächlich bei der Ansiedlung von Hausbooten nicht voran kommt“, so die Abgeordnete.
Wünschenswert wäre es, wenn sich auch der Senat selbst von seinen PR-Aktionen beeindrucken ließe und endlich aufwachen würde. „Bisher ist nämlich von der immer wieder angekündigten Ansiedlung von Hausbooten an den Ufern der Hamburger Wasserflächen fast nichts zu bemerken“, kritisiert Veit.
Zum Hintergrund: Die Bürgerschaft hatte den Senat bereits im Jahre 2004 aufgefordert, Hamburger Wasserflächen als Wohnquartiere auszuweisen und zügig Pilotprojekte zu initiieren. Anfang 2006 gab der Senat schließlich bekannt, statt ursprünglich angedachter 100 Liegeplätze lediglich in zwei Pilotprojekten 25 Hausboote entstehen zu lassen, darunter 10 am Eilbekkanal.
Carola Veit: „Die Hausboote im Eilbekkanal sollten eigentlich bereits 2006 bezogen werden. Nun ist dies für 2008 geplant. An der hohen Zahl von 133 Menschen, die sich allein für einen der 10 Liegeplätze am Eilbekkanal beworben haben, wird deutlich, was für ein großes Potenzial hier schlummert“. Deutlich würde an dieser hohen Bewerberzahl allerdings auch, dass Werbung für die Wohnform „Hausboot“ nicht das wichtigste sei, findet die Abgeordnete. „Der Senat verbringt die Zeit mit Präsentationen und Ausstellungen, während Bewerber, die längst wissen, was sie wollen, Schlange stehen und keine Liegeplätze bekommen!“. Trotz der vielen geeigneten Wasserflächen in Hamburg verschlafe der Senat so den Trend zum Hausboot.
Veit kritisierte weiter, dass die längst versprochenen Leitfäden für Genehmigungsanforderungen, Transparenz und Fachzuständigkeiten nun offenbar doch nicht vom Senat entwickelt werden. Dies hatte ebenfalls die Antwort auf die Kleine Anfrage ergeben.
Inzwischen ist die Zuständigkeit für die wasserrechtlichen Genehmigungen auf die Bezirke übertragen worden. „Nichts Halbes und nichts Ganzes“, kritisiert Veit, denn: „Personelle Verstärkungen mit Bezug auf Hausboote erfolgten nicht“, so der Senat in seiner Antwort.

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