Die SPD-Bürgerschaftsfraktion hat Klarheit über den so genannten „Hartz-IV-Fragebogen“ gefordert. Zuvor war über einen Fragebogen berichtet worden, in dem Hartz-IV-Empfänger unter anderem über Spiritualität, Ernährung, Weltanschauung oder Politik befragt werden. Die verantwortliche Wirtschaftsbehörde hatte die Aktion damit begründet, sie wolle prüfen „ob dadurch Kundenprofile erstellt werden können“.
„Diese Begründung ist fadenscheinig. Die Fragen beweisen vielmehr, dass die Verantwortlichen in der Wirtschaftsbehörde vom Alltag unter Hartz-IV keine Ahnung haben. Der Fragebogen blamiert die Fragenden“, sagte der SPD-Sozialexperte Dirk Kienscherf am Montag.
Gemeinsam mit dem Fachsprecher für Arbeitsmarktpolitik der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Hans-Christoff Dees, hat Kienscherf eine kleine Anfrage an den Senat eingereicht. In ihr wollen die Abgeordneten unter anderem wissen, wer inhaltlich und organisatorisch für den Fragebogen verantwortlich ist, welche Schlüsse aus den Antworten gezogen werden sollen und was das ganze kostet.
Kienscherf sieht in dem Fragebogen einen weiteren Beweis für den unsensiblen Umgang mit Menschen, die nicht im Zentrum der Gesellschaft stehen: „Wer von Hartz IV lebt und sich über seine Vorliebe etwa für exotisches Essen befragen lassen muss, fühlt sich zurecht respektlos behandelt. Man kann schon dankbar sein, dass der Fragebogen nicht nach Bonusmeilen in Vielfliegerprogrammen fragt…“ Auch Dees warnte vor einer „Stigmatisierung von Menschen, die es schwer haben“. Der Fragebogen zeuge in erster Linie von einer „bemerkenswerten Unsensibilität und Weltfremdheit seiner Initiatoren“, sagte Dees.
Unglaublich menschenverachtend! Steuern wir schon auf eine Gesellschaft zu, die auf reinen Darwinismus beruht? Wo bleibt die Menschenwürde?
Beschämend für die Macher des Fragebogens und beschämernd für unsere Gesllschaft.
Wehret den Anfängen!