Gift im Wasser nach dem Harburger Großbrand

Es war ein Feuer, das in der halben Stadt zu sehen war: Nach dem Großbrand in einem Harburger Kautschuklager ist das Wasser im Binnenhafen belastet – aber nicht besorgniserregend, so die Behörden.

Durch die Bekämpfung des Großbrandes in Harburg sind neben einem Gemisch aus Kautschuk und Ölresten auch Löschmittel in den Schiffsgraben und den Harburger Binnenhafen gelangt.

Jetzt liegen erste Untersuchungsergebnisse des belasteten Wassers auf seine Toxizität (Giftigkeit) durch das Institut für Hygiene und Umwelt vor, so die Umweltbehörde: „Danach ist die Toxizität leicht erhöht, aber nicht besorgniserregend. Getestet wurde das Verhalten von Leuchtbakterien, Kleinkrebsen (Daphnien) und Algen im belasteten Wasser im Vergleich zu Süderelbewasser.

Die Temperatur, Sauerstoffkonzentration, pH-Wert und Leitfähigkeit zeigen dagegen keinerlei Auffälligkeiten.

Fazit: Nach derzeitigem Kenntnisstand ist das Wasser im Harburger Binnenhafen und im Schiffsgraben geringer belastet, als es der optische Eindruck vermittelt.

Trotzdem sollte man den Kontakt mit dem milchigen Wasser meiden, um mögliche allergische Reaktionen (Hautreizungen) zu vermeiden. Ebenso den Hautkontakt mit den klebrigen Kautschukplacken, die vor allem im Schiffsgraben treiben oder sich am Ufer festgesetzt haben. Diese werden so bald wie möglich abgefischt und entsorgt. Zusätzlich wurden Feststoffsperren ausgelegt, um eine weitere Ausbreitung der Kautschukplacken zu verhindern.

Um sich ein möglichst umfassendes Bild der Gewässerbelastung zu machen, laufen parallel weitere Untersuchungen. So werden die Ergebnisse des Fischei-Tests, der speziell über die Giftigkeit des Wassers für Fische Auskunft gibt, voraussichtlich Anfang nächster Woche vorliegen, Testergebnisse zur biologischen Abbaubarkeit der Gewässerbelastung im Harburger Binnenhafen sind für Ende nächster Woche angekündigt.

Außerdem stehen noch die Analysenergebnisse zu den Perfluorierten Tensiden (PFT) und zu den Kohlenwasserstoffen (KW) aus, die infolge des Löschmitteleinsatzes sowie der Ölverbrennung in das Gewässer gelangt sein können.

Um eine Ausbreitung des milchig wirkenden Gemischs vom Harburger Binnenhafen in die Süderelbe zu verhindern, sind seit Ausbruch des Brandes keine Schleusungen mehr vorgenommen worden. Allerdings musste in der vergangenen Nacht aufgrund der starken Regenfälle und der Erhöhung des Wasserstandes zeitweise das Schöpfwerk der Hamburg Port Authority in Betrieb genommen werden, um so eine Überschwemmung des Harburger Binnenhafens zu vermeiden.

Da die Toxizität jedoch nicht besorgniserregend ist, wird der Bezirk Harburg auf fachliche Empfehlung der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt das Schleusen für unbedingt notwendige Fälle erlauben. Das betrifft das noch im Harburger Binnenhafen liegende Feuerlöschschiff und dringend vorzunehmende Versorgungsfahrten.

Die Schleusungen werden nur bei ablaufendem Wasser erfolgen. Wassermenge und Sauerstoffgehalt der Süderelbe sind aufgrund der starken Regenfälle derzeit günstig, so dass das belastete Wasser aus dem Harburger Binnenhafen bei einer Schleusung schnell derart verdünnt wird, dass die Konzentration und damit verbunden die Schadwirkung unter der Nachweisgrenze liegen wird.“

Betroffene Firmen und Anlieger im Harburger Binnenhafen können sich ab sofort von Mo.- Do. von 9:00 bis 17:00 und Fr. von 9:00 bis 15:00 für Fragen und Informationen an das Bezirksamt Harburg, Fachamt Management des Öffentlichen Raumes unter: Tel.: +49 40 428 71 2512 wenden.

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