Hapag Lloyd: Betriebsversammlung am Rathaus

Am Mittwoch soll laut Tagesordnung die Bürgerschaft über den Ankauf von weiteren Hapag-Lloyd-Anteilen abstimmen. Die Beschäftigten von Hapag Lloyd treffen sich an diesem Tag zu einer Betriebsversammlung – und wollen bis kurz vor das Rathaus marschieren, weil es auch um ihre Jobs geht.

Der Betriebsrat kündigte an, er werde über die aktuelle Lage zum geplanten Ankauf von Anteilen des Unternehmens durch die Stadt Hamburg informieren und auch vom Versuch der GAL berichten, die Rettungsaktion durch einen Eilantrag auf Verschiebung der Abstimmung beim Hamburgischen Verfassungsgericht zu verhindern: „Um 5 vor 12 werden die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor der Europapassage am Ballindamm auf der Straße sein, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.“

Reiner Alexander, Betriebsratsvorsitzender bei Hapag Lloyd: „Diese Chance gibt es nicht ewig – es ist jetzt 5 vor 12. Hapag Lloyd gehört zu Hamburg. Die Konkurrenten und Wettbewerber des Hamburger Hafens würden sich die Hände reiben, wenn die Grünen diese Perspektiventscheidung für die Hafenarbeitsplätze torpedieren könnten. Dann droht der Wegfall großer Transportgeschäfte – als Stintfangbecken hat der Hafen keine Zukunft. Wir werden nicht im stillen Kämmerlein zugucken, wie die Absicherung der größten deutschen Reederei und ihrer Arbeitsplätze von Leuten zerredet wird, die ganz offensichtlich mit dem Hafen und der maritimen Wirtschaft weniger anfangen können als die Hamburger Wirtschaft und die Beschäftigten im Hafen.

Deshalb werden wir uns im Anschluss an die Betriebsversammlung vor der Europapassage versammeln, um in Sichtweite des Rathauses unsere Forderungen noch einmal klar zu machen. Über keine politische und ökonomische Maßnahme der letzten Monate ist so breit informiert und diskutiert worden wie über den Hapag-Lloyd-Rettungsplan. Von Volksvertretern darf erwartet werden, dass sie über ihren parteipolitischen Schatten springen, wenn es um das Herz von Hamburg geht, den Hafen und die maritime Wirtschaft.“

ver.di-Fachbereichsleiter Dietmar Stretz: „Die ganze Stadt kennt die Bedeutung des Hafens und seiner größten Reederei für den Standort Hamburg. Diese große Chance, das Transportgeschäft und den Hafen zukunftsfest zu machen, darf nicht vertan werden. Die Kolleginnen und Kollegen bei Hapag Lloyd und in allen hafennahen Unternehmen erwarten, dass man sie jetzt nicht im Stich lässt. Ich habe kein Verständnis dafür, dass der Hafen zum Spielball von Parteitaktikern gemacht wird.“

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