Hamburgs SPD-Chef Ingo Egloff hat vor dem Hintergrund der Überlegungen, bei der städtischen Stromversorgung auf Ökostrom zu setzen, davor gewarnt, das Klimaschutzthema für PR-Zwecke zu missbrauchen. Stattdessen, so Egloff, solle Bürgermeister von Beust den laufenden Stromliefervertrag mit Vattenfall nachverhandeln.
„Hamburg braucht keinen Öko-Aktionismus mit offensichtlich nicht ernst gemeinten Ideen, sondern klares Handeln. Die Tinte unter dem Atom-Stromliefervertrag zwischen der Stadt und Vattenfall ist noch nicht trocken, und schon entdeckt der CDU-Senat sein Öko-Herz und versucht endlich, auf regenerative Energien zu setzen. Ohne aber ernsthaft den Versuch zu unternehmen, den Vertrag mit Vattenfall nachzuverhandeln. Es macht schon misstrauisch, dass die Bereitschaft hierfür bei Vattenfall offenkundig gegeben ist – in der zuständigen Wirtschaftsbehörde aber merkwürdigerweise nicht!“
Als „Mogelpackung“ bezeichnete Egloff den CDU-Vorschlag, durch Zertifizierungen Öko-Strom fördern zu wollen. Der Vorschlag mache deutlich, dass von Beust und die CDU auf dem Gebiet der Umweltpolitik „lieber auf Aktionismus denn auf sinnvolle Maßnahmen zu Gunsten der Umwelt“ setze.
Egloff: „Wer in der Umweltpolitik sich damit brüstet, von nun an besonders öko sein zu wollen, um dann im nächsten Atemzug mit Verschmutzungszertifikaten einen Atomstrom-Ablasshandel zu betreiben, entlarvt sich selbst. Für derlei Gewissensberuhigungsmaßnahmen haben die Menschen vor dem Hintergrund der Ereignisse der letzten Wochen kein Verständnis mehr. Von Beust muss sich endlich klipp und klar zu regenerativen Energien bekennen, die städtische Stromlieferung auf Öko-Strom umstellen, den laufenden Vertrag mit Vattenfall entsprechend nachverhandeln und von der Forderung Abstand nehmen, die Laufzeiten der AKWs zu verlängern!“