Aus den Daten, die die SPD über Hamburgs Schulen und Schulabschlüsse erfragt hatte, sind erstaunliche Presseveröffentlichungen entstanden. Darüber ärgert sich die GEW und regt an, sich mit den wirklichen Problemen zu beschäftigen: Hamburgs Jugendliche sind in Not – nicht zuletzt durch die Politik des amtierenden Senats.
Die Erklärung der GEW:
Statt aus den Daten zu den Abschlussquoten an Hamburgs Schulen ein dümmliches Schulranking zu veröffentlichen, das sachlich zudem von schwerwiegenden Fehlschlüssen nur so strotzt, sollte das Augenmerk auf die tatsächlichen Probleme gelegt werden: Hamburg ist bundesweit Spitzenreiter bei der Quote der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss.
12 % verlassen die Schulen jedes Jahr ohne jeden Abschluss. Nach Stadtteilen verteilt ist das höchst unterschiedlich: In Altona-Altstadt sind es über 40%, in Barmbek-Süd 38 %, St. Pauli 34 %, in Hamm, Billstedt und auf der Veddel jeweils über 30 %.
Der Anteil der Jugendlichen ohne deutsche Staatsangehörigkeit, die ohne Abschluss die Schulen verlassen, hat sich in den letzten Jahren sogar massiv erhöht, von 28 auf 33 %.
Diese Daten zeigen überdeutlich, dass in unserem Schulsystem zu wenig für die benachteiligten Kinder und Jungendlichen getan wird, die sich in bestimmten Stadtteilen konzentrieren.
Solange die Kinder im gegliederten Schulsystem nach sozialer und ethnischer Herkunft sortiert werden, wird es hier keine durchgreifende Besserung geben können. Wir brauchen Eine Schule für alle aber auch aus einem weiteren Grund: Die Ausbildungsplatzsituation für Hamburgs Schulabgänger ist katastrophal. Nur noch jeder dritte Hamburger Bewerber erhält einen Ausbildungsplatz. Den Klagen der Wirtschaft über Nachwuchsmangel stehen Jahr für Jahr Tausende von jungen Leuten gegenüber, die außen vor bleiben. 44 % der Jugendlichen
besuchen sog. Übergangsmaßnahmen nach der allgemeinbildenden Schule. Der Start ins Berufsleben und damit die Chance auf ein eigenverantwortliches Leben für viele von ihnen wird so verhindert.
Neben der Einführung einer Ausbildungsumlage für Betriebe, die ausbilden könnten, dies aber nicht tun, brauchen wir auch eine grundlegende Schulreform, die es mehr jungen Menschen ermöglicht, die Qualifikationen und Abschlüsse zu erwerben, die sie brauchen, um auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt konkurrenzfähig zu sein.
Das Sortieren junger Menschen in höhere und niedrigere Schularten – noch dazu nicht nach Leistung, sondern nach sozialer Herkunft – trägt dazu bei, dass wir nicht alle gleichermaßen fördern.
Eine Schule für alle löst nicht jedes Problem dieser vielen Jugendlichen, aber sie wird die Zahl der Jugendlichen, die durch alle Roste fallen, deutlich vermindern. Und das ist, wie die jüngsten Daten zu Schulabgängern und Ausbildungsplatzsuchenden zeigen, in Hamburg dringend nötig.
Wie „eine“ Schule für alle“ junge Menschen zum lernen animieren soll ist mir allerdings nicht klar. Selbst zu meiner Schulzeit (ende der 70er) gab es Schüler die sich nicht am Unterricht beteiligten und da hat ein Lehrer sehr intensiv versucht allen denen den Dreisatz bei zu bringen, leider nicht mit besonderen Erfolg. Dadurch sind andere Rechenarten leider zu kurz gekommen. Wenn junge Menschen keine Lust zum Lernen haben wird jeder Pädagoge sich die Zähne daran ausbeißen. Computerspiele sich da viel interessanter als trockner Lernstoff, bringen leider keinen zu einen Schulabschluss. Und in den ganzen Medien wird kaum dargestellt das Lernen eine nicht so einfach zu fliegt sondern das man dafür hart arbeiten muss. Wenn dann Ausbildungsmeister aus dem Metallbereich den Schülern sagen das sie gut ein halbes Jahr nur feilen werden, fallen die Kinnladen runter! Jetzt soll mir kein Lehrer kommen das man heute nicht schon Schüler gezielt fördern kann, nur dazu müssen die Schülen auch bereit sein. Man kann halt niemanden zum lernen zwingen, auch nicht „eine Schule für alle“.
Weil es in Deiner Klasse vor 30 Jahren nicht geklappt hat, weißt Du genau, was geht oder nicht….. Meinst das ernst?