In Hamburg sollen die über 60 Jahre alten Baustufenpläne in der Bauleitplanung modernisiert werden. Dabei sollen die bestehenden „besonders geschützten Wohngebiete“ zukünftig in „reine Wohngebiete“ geändert werden. Hierzu finden in den Bezirken Hamburg-Nord, Eimsbüttel, Altona, Harburg und Wandsbek öffentliche Plandiskussionen statt, in denen die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen über die Planung informiert und Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit zu Fragen, Anregungen und Kritik haben.
Die Gebiete genießen als „reine Wohngebiete“ in Zukunft den höchsten Schutz, den das aktuelle Baurecht vorsieht. Allgemein zulässig bleiben damit ausschließlich Wohngebäude und Kindertagesstätten für die Bewohnerinnen und Bewohner des Gebiets. Neu ist, dass zukünftig in Ausnahmefällen das zulässig ist, was Quartiere lebenswert macht: Läden und Geschäfte, in denen die Bewohnerinnen und Bewohner für ihren täglichen Bedarf einkaufen können sowie beispielsweise auch soziale, kulturelle und kirchliche Einrichtungen.
Die „besonders geschützten Wohngebiete“ nach der Baupolizeiverordnung von 1938 sind größtenteils bereits um 1950 entstanden. Die in der Baupolizeiverordnung verwendeten veralteten Begrifflichkeiten führten zu großen rechtlichen Unsicherheiten. In diesen „besonders geschützten Wohngebieten“ kann daher nicht einmal der Bäcker an der Ecke ohne weiteres genehmigt werden, da nur eine reine Wohnnutzung vorgesehen ist.
Die erste öffentliche Plandiskussion findet im Bezirk Hamburg-Nord statt. Für die Baustufenpläne Eppendorf, Hohenfelde und Winterhude findet eine gemeinsame Plandiskussion am 8. September um 19 Uhr im Großen Sitzungssaal des Bezirksamts Hamburg Nord, Robert-Koch-Straße 17, 20240 Hamburg statt. Bereits eine halbe Stunde früher können Interessierte die Planungsunterlagen einsehen und mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen sprechen.
Weitere öffentliche Plandiskussionen finden im Bezirk Eimsbüttel am 14. September sowie in den Bezirken Altona, Harburg und Wandsbek Anfang bis Mitte Oktober 2016 statt.