Hamburg ist Spitzenreiter beim Krippenausbau

Bundesweit ist Hamburg im Krippenbereich mit einer Betreuungsquote von 35,8 Prozent Spitzenreiter unter den westdeutschen Bundesländern. Damit ist Hamburg auf dem besten Weg, zur kinderfreundlichsten Großstadt Deutschlands zu werden.

Vier Monate nach der Einführung des Kita-Rechtsanspruchs für Kinder ab zwei Jahren zieht die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) eine positive Bilanz. Der Ausbau der Kindertagesbetreuung entwickelt sich vorbildlich – die Zahl der betreuten Krippenkinder unter drei Jahren hat sich in den vergangenen zehn Jahren um rund 10.500 Kinder erhöht. Auch bundesweit ist Hamburg im Krippenbereich mit einer Betreuungsquote von 35,8 Prozent Spitzenreiter unter den westdeutschen Bundesländern. Damit ist Hamburg auf dem besten Weg, zur kinderfreundlichsten Großstadt Deutschlands zu werden.

„„Alle Kinder sollen – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft – gleiche Chancen beim Start ins Leben haben“, betont Sozial- und Familiensenator Detlef Scheele (SPD). „Ein früh einsetzendes, qualitativ hochwertiges Förderangebot in einer Kita ist die beste Basis gegen Altersarmut und für einen erfolgreichen Bildungsweg. In Hamburg können Eltern durch das gute ausgebaute Kita-Angebot Familie und Beruf problemlos miteinander vereinen.“

Spitzenreiter im Krippenbereich

Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Stadt Hamburg in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen. Die Zahl der betreuten Kinder unter drei Jahren (Krippenbereich) in Kitas und in der Kindertagespflege hat sich von knapp 7.300 Kindern im Jahr 2002 auf über 17.700 Kindern im März 2012 erhöht. Damit wurden im März 2012 rund 10.500 Kinder unter drei Jahren (+144 Prozent) mehr betreut als noch vor zehn Jahren.

Auch im Bundesvergleich steht der Hamburger Krippenbereich vorbildlich da. Am 1. März 2012 wurden 35,8 Prozent aller unter Dreijährigen in Hamburg in einer Krippe betreut. Die bundesweite Krippen-Betreuungsquote lag im März 2012 hingegen im Schnitt bei nur 27,6 Prozent – in Westdeutschland sogar nur bei 22,3 Prozent. Hamburg ist damit in Westdeutschland weiterhin mit großem Abstand Spitzenreiter, was den Krippenausbau betrifft. Gleichzeitig liegt Hamburg mit seiner Versorgungsquote 8,2 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Gute Bilanz im Elementarbereich

Bei Kindern ab drei Jahren bis zum Schuleintritt (Elementarbereich) ist die Zahl der betreuten Kinder in Kitas, in der Kindertagespflege und in Vorschulklassen seit dem Jahr 2002 bis zum März 2012 um etwa 7.700 Kinder auf rund 51.400 Kinder gestiegen. Zugleich hat sich die Elementar-Betreuungsquote von 81 Prozent auf 93,6 Prozent erhöht. Das entspricht dem aktuellen westdeutschen Durchschnitt.

„Die hervorragenden Zahlen – insbesondere im Krippenbereich – belegen die große Ausbauleistung der letzten Jahre“, sagt Senator Detlef Scheele. „Das liegt nicht zuletzt auch am unbürokratischen Hamburger Kita-Gutscheinsystem, das den Kita-Trägern die Freiheit zur Umsetzung ihrer vielfältigen Ideen und Projekte bietet. Der damit entstandene Qualitätswettbewerb und die kürzlich neugefassten Hamburger Bildungsempfehlungen für die Kitas haben außerdem dazu geführt, dass sich die Hamburger Kitas inzwischen als gesellschaftlich anerkannte Bildungsinstitutionen etabliert haben.“

Hohe Steigerung bei den Ausgaben für Kindertagesbetreuung

Die Ausgaben für Kitas und in der Kindertagespflege (ohne Hortbetreuung) haben sich deshalb vom Jahr 2002 bis zum Jahr 2012 um rund 235 Millionen Euro auf etwa 475 Millionen Euro erhöht – die Ausgaben haben sich also fast verdoppelt. Im Jahr 2013 wird die Sozial- und Familienbehörde darüber hinaus 42 Millionen Euro und im Jahr 2014 weitere 45 Millionen Euro zusätzlich in die Kindertagesbetreuung investieren.

Erfolgreiches Investitionsprogramm für den Krippenausbau wird fortgesetzt

Die hohe Dynamik bei der Schaffung neuer Krippenplätze spiegelt sich auch in den Förderzahlen des bisherigen Hamburger Investitionsprogramms zum Krippenausbau wider: So wurden die Fördermittel des Bundes für die Jahre ab 2008 in Höhe von 47,5 Millionen Euro bereits vollständig ausgeschöpft. Hamburg ist das einzige Bundesland, das bereits alle Mittel beim Bund abgerufen hat.

Für den weiteren Krippenausbau in den Jahren 2013 und 2014 wird der Bund nach Abschluss des noch laufenden Gesetzgebungsverfahrens im Dezember für Hamburg weitere 14,1 Millionen Euro bereitstellen. Hamburg stockt dieses Budget um weitere 12 Millionen Euro auf, so dass insgesamt 26,1 Millionen Euro in Hamburg für Neubau-, Erweiterungen, Umbau- und Umwandlungsmaßnahmen im Krippenbereich verfügbar sein werden.

„Ich bin froh, dass die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder dem Rat der Länder schließlich doch gefolgt ist und die bürokratischen Hindernisse für das neue Krippeninvestitionsprogramm beseitigt hat“, betont Senator Detlef Scheele. „Die neuen Investitionsmittel werden für den Hamburger Krippenausbau nochmals einen deutlichen Schub bringen. Ich bin zuversichtlich, dass wir die für Hamburg erwartete Krippen-Betreuungsquote von rund 43 Prozent am 1. August 2013 erreichen werden, wenn der Rechtsanspruch für alle einjährigen Kinder bundesweit in Kraft tritt.

Verbesserte Personalausstattung durch Kita-Plus

Von besonderer Bedeutung für die Qualität des Kita-Ausbaus in Hamburg ist das Programm Kita-Plus, das am 1. Januar 2013 startet. Etwa 280 Kitas mit einem hohen Anteil an sozial benachteiligten Kindern erhalten für die Betreuung von Elementarkindern eine um 24 Prozent verbesserte Personalausstattung. Für das Programm Kita-Plus stellt die Sozial- und Familienbehörde 12 Millionen Euro pro Jahr bereit. Damit setzt der Hamburger Senat ein wichtiges Signal zur Verbesserung der Erzieher-Kind-Relation in den Hamburger Kitas.

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