Maria Plieva, Journalistin und Bloggerin aus Süd-Ossetien, ist neue Stipendiatin der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte.
Maria Plieva, erst 28 Jahre alt, ist vor allem als stellvertretende Vorsitzende des Georgisch-Ossetischen Zivilforums im Visier der Regierung Südossetiens. Sie organisiert im Ausland Gesprächskreise mit georgischen und ossetischen Journalisten und Menschenrechtsanwälten, die der Regierung und ihren russischen Beratern unliebsam sind und kommentiert diese Begegnungen in ihrem russischsprachigen Blog. Sie wurde mehrfach angegriffen, verhaftet und bedroht. Amnesty international berichtete in einer Eilmeldung vom 2.08.2010 über ihre Bedrohungslage.
Drei Jahre nach dem russisch-georgischen Krieg um die völkerrechtlich zu Georgien gehörende Region Süd-Ossetien bleibt die Lage angespannt. Russland hat als einziges Land die Eigenständigkeit Südossetiens anerkannt. Die übrige Staatengemeinschaft betrachtet die Region als Teilrepublik Georgiens. Am 14.11.2011 fanden Präsidentschaftswahlen ohne klares Mehrheitsergebnis statt, die von Georgien, aber auch von der EU und den USA aus Prinzip nicht anerkannt worden sind.
Maria Plieva schloss 2005 ihr Jurastudium ab. Seitdem arbeitete sie als Journalistin für verschiedene Medien, darunter zuletzt für die unabhängige Zeitung „21. Jahrhundert“, deren Auslieferung und Verkauf vom südossetischen Regime seit Ende August 2011 verhindert wird. Als Bloggerin schrieb sie bis 2011 für „Radio Free Europe“ und baute gleichzeitig zwei eigene Blogs in russischer Sprache auf, darunter „www.roks-alana.livejournal.com. Darüber hinaus engagierte sie sich in verschiedenen Nichtregierungsorganisationen (2003-2009) wie etwa der Frauenbewegung „Mady Arm“ oder der Menschenrechtsorganisation “Law above power“.
Maria Plieva wird ein Jahr in Hamburg leben und schreiben. Sie wurde der Stiftung von den „Reportern ohne Grenzen“ (Berlin) vorgeschlagen.