Erstmals wird ein Gebäude in der HafenCity nach der erfolgten Vorzertifizierung mit dem Umweltzeichen für vorbildliches, nachhaltiges Bauen ausgezeichnet: Das Unilever-Gebäude am Strandkai erhält nach externer Prüfung das Umweltzeichen HafenCity in Gold.
Die Auszeichnung wird an den Gebäudeeigentümer, die RREEF Investment GmbH, und den Projektentwickler HOCHTIEF Projektentwicklung GmbH im Beisein der Unilever-Geschäftsleitung und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übergeben.
Bereits vor Fertigstellung Mitte 2009 wurde der „grüne“ Unternehmenssitz vorzertifiziert. In drei von fünf möglichen Kategorien erfüllt es die hohen Anforderungen des Gold-Standards: einen besonders niedrigen Primärenergiebedarf, den vorbildlichen Umgang mit öffentlichen Ressourcen sowie den nachhaltigen Gebäudebetrieb.
So werden durch den Einsatz innovativer Technologien im Vergleich zum vorherigen Unternehmensgebäude etwa 60 Prozent der Strom- und 70 Prozent der Wärmeenergiekosten eingespart. Unter anderem mit innovativer LED-Beleuchtung, einer kühlenden doppelwandigen Außenhülle, Wärmetauscher auf dem Dach oder auch die Betonkernkühlung (hier wird die Kälte des Grundwassers zur Kühlung des Gebäudes genutzt) werden neue und nachhaltige Standards gesetzt.
Das Architekturbüro Behnisch (Stuttgart) hatte schon im Entwurf darauf geachtet, dass das Gebäude durch eine optimale Tageslichtausbeute wenig Energie für die Beleuchtung benötigt und dass ein optimaler Schutz vor Sonne, Wind und Kälte möglich ist, der auch individuelle Regulierungen am Arbeitsplatz zulässt. Besonders spektakulär ist die innovative Außenhülle der Fassade – die durchsichtige Folie schützt vor starken Winden und Wettereinflüssen und erlaubt so eine Fensterlüftung des Gebäudes. Eine weitere Besonderheit ist das öffentlich zugängliche Atrium und die ebenso öffentlich nutzbaren Freiflächen rund um das Gebäude.
Das Gebäude mit einer Bruttogeschossfläche von 25.000 qm wurde 2009 fertiggestellt. Etwa 1.200 Mitarbeiter der Unilever-Zentrale für die deutschsprachigen Länder sind dort beschäftigt. Es wurde vom Stuttgarter Architektenbüro Behnisch entworfen und von HOCHTIEF entwickelt. Seit Anfang 2010 gehört das Gebäude der RREEF Investment GmbH. Es erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen, darunter für das „Beste Bürogebäude der Welt“ des World Architecture Festivals 2009 in Barcelona.
Jürgen Bruns-Berentelg, Vorsitzender der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg GmbH
Das Umweltzeichen HafenCity ist ein wichtiges Anreizinstrument für nachhaltiges Bauen. Sein innovativer Charakter und sein Qualitätsanspruch spiegelt sich auch in der Gebäudequalität in der HafenCity wider. Das Unilever-Gebäude setzt mit seinen Lösungen zur Nachhaltigkeit hohe Zukunftsstandards.
Thomas Ehrhardt, Director Fundmanagement, RREEF Investment GmbH
Als weltweit einer der größten Manager von Immobilienanlageprodukten ist für RREEF das Investment in nachhaltige Produkte von großer Bedeutung. Neben der Zertifizierung von Immobilien steht auch die nachhaltige Bewirtschaftung im Fokus. Mit dem Unilever Haus werden beide Kriterien in hervorragender Weise vereint.
Matthias Tscheu, Leiter HOCHTIEF Projektentwicklung Nord
Nachhaltigkeit ist mittlerweile ein „Muss“. Als Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen fühlen wir von HOCHTIEF uns diesem Thema besonders verpflichtet. Die Auszeichnung des Unilever-Hauses mit dem Umweltzeichen HafenCity ist für uns Projektentwickler Bestätigung und Ansporn zugleich.
Harry Brouwer , Geschäftsführer der Unilever Deutschland Holding GmbH
Nachhaltigkeit ist ein integraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Bis 2020 wollen wir als Unilever unseren ökologischen Fußabdruck halbieren. Zu diesem Ziel trägt auch dieses Haus bei und wir freuen uns über die Auszeichnung.
Kriterium
Realisierung im Unilever-Gebäude
u.a. durch:
Kategorie 1 – Nachhaltiger Umgang mit energetischen Ressourcen im Gebäude
Unterschreitung des Primärenergiebedarfs nach EnEV 2007 um 50 % (das bedeutet mindestens ein halbierter Energiebedarf zu vergleichbaren Referenzgebäuden)
Doppelfassade mit außenliegendem Sonnenschutz, ETEF-Folie als Windschutz und damit Ermöglichung von konventioneller Fensterkühlung (ohne Klimaanlage zur Kühlung des Gebäudes)
LED-Beleuchtung (Reduktion der Wärmelast des Gebäudes und des Stromverbrauchs)
Thermoaktive Bauteile, Betonkernaktivierung
Kategorie 2 – Nachhaltigen Umgang mit öffentlichen Gütern
Große öffentlich nutzbare Flächen im Atrium und rund um das Gebäude
Einbau einer Regenwasseranlage (Grauwasser), wasserlose Urinale in den WC-Bereichen
Kategorie 5 – Nachhaltiger Gebäudebetrieb und Barrierefreiheit
Hohe Dauerhaftigkeit der eingesetzten Materialien
Facility Management: Geringe Instandhaltungs- und Reinigungsaufwendungen
Konzeption der Gebäudebewirtschaftung (Ver- und Entsorgung, Reinigung der Fassade, Sicherheit)