Er ist der Inbegriff für Plagiate im Netz geworden – trotzdem wurde er zum Internet-Berater der EU-Kommission ernannt: Ein Jahr nach dem Rücktritt des damaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg gerät der CSU-Politiker nun auch in seiner neuen Funktion in die Kritik.
„Ich halte nichts von seiner Rückkehr in die europäische Politik“, sagte der Parteivorsitzende der Piratenpartei, Sebastian Nerz, der „Rheinischen Post“. Es sei „eher ungeschickt“, dass Guttenberg gleichzeitig für eine Unternehmensberatung und für die EU-Kommission arbeite. Außerdem habe sich Guttenberg in seiner Zeit als Minister „nicht gerade einen Ruf mit seiner Fachkenntnis gemacht“. Zuvor hatte bereits Florian Pronold (SPD) Bedenken angemeldet: „Wer vorsätzlich das Urheberrecht verletzt und bis heute kein Schuldbewusstsein hat, ist für die politische Auseinandersetzung um Urheberrecht und freies Internet nicht geeignet.“ Alexander Alvaro (FDP) sagte, die EU-Kommission halte dem Ex-Minister den Steigbügel, um seinen Namen reinzuwaschen. Selbst EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) ging auf Distanz zur neuen Aufgabe Guttenbergs: „Ich glaube nicht, dass es Entscheidendes bringen wird.“ SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles: „Damit macht man den Bock zum Gärtner.“
Zuletzt geriet der Ex-Mnister in die Schlagzeilen, als ihm Netzaktivisten bei einem Termin in Berlin eine Sahnetorte ins Gesicht drückten.