Grundschule wird Ganztagsschule

Auf diese Nachricht haben die Eltern gewartet: Im Schuljahr 2013/14 werden voraussichtlich 197 der 204 Grundschulen Ganztagsangebote machen können.

44 Grundschulen und Grundschulabteilungen an Stadtteilschulen starten zum Schuljahr 2012/13 mit einem neuen Ganztagsangebot, 71 weitere haben jetzt beantragt, zum Schuljahr 2013/14 zu folgen. Schulsenator Ties Rabe: „Der Ausbau der Ganztagsangebote hat unglaublichen Schwung bekommen. In den Schulkonferenzen fast aller Grundschulen haben sich Lehrer- und Elternvertreter sehr klar für die neuen Ganztagsangebote entschieden. Voraussichtlich werden im Schuljahr 2013/14 197 aller 204 Hamburger Grundschulen und Grundschulabteilungen an Stadtteilschulen ein Ganztagsangebot haben. Nachdem in den letzten rund 20 Jahren rund 50 Grundschulen zu Ganztagsschulen entwickelt wurden, folgen jetzt in nur drei Jahren fast 150 Grundschulen. Das ist ein beeindruckendes Signal. Eltern, Schulleitungen sowie Lehrerinnen und Lehrern wollen Ganztagsangebote und sind bereit, gemeinsam mit der Behörde die vielen anstehenden Herausforderungen bei der Konzeption der neuen Schulangebote zügig zu bewältigen.“

Von den 71 zum Schuljahr 2013/14 startenden Grundschulen wollen 62 Schulen das Ganztagsangebot in Zusammenarbeit mit einem Hort-Träger organisieren (Ganztägige Bildung und Betreuung an Schulen, GBS), neun Schulen wollen das Ganztagsangebot rein schulisch organisieren (GTS). Damit werden insgesamt bis zum Schuljahr 2013/14 voraussichtlich 121 Ganztagsangebote nach dem Modell GBS organisiert, 76 werden in schulischer Verantwortung geführt. Ties Rabe: „Nach Abschluss des Landesrahmenvertrages mit den Trägern der Horte und dem Erfolg vieler Modell- und Pilotschulen genießt das GBS-Modell mit Ganztagsangeboten in Zusammenarbeit von Schule und Hort-Träger hohe Akzeptanz. Schule und Hort passen hervorragend zusammen.“

Die Teilnahme an allen GBS-Ganztagsschulen ist freiwillig (offenes Angebot), die rein schulisch organisierten Ganztagsschulen gibt es dagegen in offener, teilgebundener und gebundener Form. Das Angebot ist in allen Schulformen von 13 bis 16 Uhr kostenlos. Darüber hinaus entstehen an den meisten Ganztagsschulen gebührenpflichtige Betreuungsangebote für die Randzeiten von 6/7 bis 8 Uhr und von 16 bis 18 Uhr sowie für die Ferienzeiten. Diese Gebühren sowie die Preise für das Mittagessen werden erstmals sozial nach Einkommen gestaffelt, um auch Kindern aus sozial schwächeren Familien die Teilnahme zu ermöglichen. Anders als in den bisherigen Horten stehen die künftigen Ganztagsschulen nicht nur Kindern berufstätiger Eltern, sondern allen Kindern offen.

Anmeldezahlen für GBS-Schulen zum nächsten Schuljahr

Nach den vorläufigen Anmeldezahlen ist für das kommende Schuljahr für 7.220 der Schüler/innen (45 Prozent aller Schüler an diesen 63 GBS-Schulen) ein Ganztagsplatz von 13 bis 16 Uhr beantragt worden. Von den 63 GBS-Schulen sind 59 eigenständige Grundschulen, 2 Grundschulabteilungen an Stadtteilschulen und 2 Sprachheilschulen. Je nach Standort schwankt die Teilnahmequote zwischen 10 und 76 Prozent. Die absolut meisten GBS-Anträge gab es an der Schule Trenknerweg (Othmarschen, 240), Schule In der Alten Forst (Eißendorf, 231), Marie-Beschütz-Schule (Eppendorf, 219) und Schule Döhrnstraße (Lokstedt, 217). Die höchsten Anmeldequoten haben die Schule Schenefelder Landstraße (Iserbrook), Schule Alsterdorfer Straße (Winterhude) (beide 76%), die Grundschule Luruper Hauptstraße (Lurup), die Schule Furtweg (Eidelstedt) und die Schule Knauerstraße (Eppendorf) (je 70%).

Schulsenator Ties Rabe: „45 Prozent sind eine hohe Anmeldequote für die offenen Ganztagsschulen. Diese Anmeldezahlen zeigen deutlich, wie wichtig für Eltern eine ganztägige Betreuung ihrer Kinder ist. Wir gehen offensichtlich den richtigen Weg, denn das Angebot findet eine hohe Akzeptanz in der Elternschaft.“

Eine im Februar veröffentlichte Studie zu den GBS-Pilotschulen hatte gezeigt, was sich Eltern von zusätzlichen Ganztagsangeboten versprechen. Demnach wünschen sich viele Eltern, dass Beruf und Familie besser verbunden werden können, dass ihre Kinder zusammen mit ihren Spielkameraden unbeschwert spielen können, sinnvolle Freizeitangebote bekommen und in der Bildung und bei den Hausaufgaben zusätzliche Unterstützung bekommen. Gerade Eltern mit Migrationshintergrund hoffen zudem, dass ihr Kind in Ganztagsschulen noch besser Deutsch lernt.

Auch an den weiterführenden 56 Stadtteilschulen baut der Senat die Ganztagsangebote weiter aus. Zum Schuljahr 2012/13 werden fünf und ein Jahr später mindestens sieben weitere Stadtteilschulen in den Ganztag starten, so dass ab dem Schuljahr 2013/14 46 Stadtteilschulen (84 Prozent) Ganztagsangebote in der Sekundarstufe haben werden. Eine ähnliche Entwicklung gehen die 45 Sonderschulen mit 27 Ganztagsschulen (60 Prozent) ab dem Schuljahr 2012/13. Die 60 Gymnasien (inkl. einer Neugründung zum Schuljahr 2012/13) gelten aufgrund der in den Nachmittag hineinreichenden Unterrichtszeit und eigener Nachmittagsangebote bereits seit Jahren als Ganztagsschulen besonderer Prägung. An einigen Stadtteilschulen und Gymnasien sollen zusätzliche Angebote eingerichtet werden, um den Abbau der Hortangebote zu kompensieren.

Schulsenator Ties Rabe: „In Deutschlands und Hamburgs Schulen galt die Halbtagsschule jahrzehntelang als Regelfall, die Ganztagsschule war die Ausnahme. Der jetzt anstehende Ausbau der Ganztagsangebote ist deshalb eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Schulgebäude, Schultraditionen, die schulische Organisation und Arbeitsabläufe müssen neu gestaltet werden. Zudem müssen die vielfältigen Kultur- und Freizeitangebote in den Stadtteilen in den schulischen Ganztag integriert werden.

Wir wollen die Ganztagsschule nicht gegen, sondern mit dem Stadtteil zusammen entwickeln. Diese neuen Aufgaben werden viel Engagement, Geduld und Kraft brauchen. Aber bereits die Entwicklung der verlässlichen Halbtagsgrundschule in den 90er Jahren und der enorme Zulauf der Kindertagesstätten zeigen, dass Eltern und Kinder Ganztagsangeboten aufgeschlossen und freundlich gegenüberstehen und sich sehr klar einen Ausbau wünschen. Der Senat wird diese Wünsche sehr ernst nehmen und das größte Ganztagsprogramm der Hamburger Schulgeschichte in dieser Legislaturperiode erfolgreich auf den Weg bringen.“

Weitere Daten:

GBS-Teilnahme nach Bezirken

Altona: 1.160 Schüler/innen an 9 Schulen (Teilnahmequote 53%)

Bergedorf: 386 Schüler/innen an 9 Schulen (30%)

Eimsbüttel: 1.406 Schüler/innen an 10 Schulen (57%)

Harburg: 765 Schüler/innen an 7 Schulen (40%)

Mitte: 648 Schüler/innen an 6 Schulen (38%)

Nord: 764 Schüler/innen an 5 Schulen (61%)

Wandsbek: 1.849 Schüler/innen an 17 Schulen (38%)

Frühbetreuung von 6-7 Uhr

Für 82 Schüler/innen wurde die Frühbetreuung ab 6 Uhr beantragt (1% aller GBS-Schüler).

Frühbetreuung 7-8 Uhr

Für 383 Schüler/innen wurde die Frühbetreuung ab 7 Uhr beantragt (5% aller GBS-Schüler).

Spätbetreuung von 16-17 Uhr

Für 701 Schüler/innen wurde die Spätbetreuung bis 17 Uhr beantragt (10% aller GBS-Schüler).

Spätbetreuung von 17-18 Uhr

Für 310 Schüler/innen wurde die Spätbetreuung bis 18 Uhr beantragt (4% aller GBS-Schüler).

Ferienbetreuung

Für 3.755 Schüler/innen wurde eine Ferienbetreuung beantragt (52% aller GBS-Schüler), davon für 3.253 Schüler/innen von 8-16 Uhr und für 502 Schüler/innen auch für zusätzliche Randzeiten (vor 8 Uhr, nach 16 Uhr) beantragt. Damit bestätigt sich, dass die Ferienbetreuung für die Familien einen erheblichen Stellenwert hat.

Anmeldequoten nach Sozialindex

An den 15 GBS-Schulen mit Sozialindex 1-2 (Stadtteile mit besonderen sozialen Herausforderungen) beträgt die Anmeldequote 44,8% der Schüler/innen, an den 46 GBS-Schulen mit Sozialindex 3-6 (alle anderen Stadtteile) beträgt sie 46,0%. Das Anmeldeverhalten unterscheidet sich je nach sozialer Lage offensichtlich nur in sehr geringem Maße.

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